Über 100 Jugendliche
20 Schulschachgruppen
Jährliche Jugendreise
9 x Deutscher U20-Meister
 

 

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DVM U20 2007 in Kelheim - „O´zapft is!“

Vom 26.-30.12.2007 fand im beschaulichen Kehlheim die 17. Deutsche Vereinsmeisterschaft U20 statt. Nachdem wir uns wie jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag auf den Weg machten, hegte ich im Wesentlichen zwei Hoffnungen: Zum einen hoffte ich auf eine sportliche Steigerung des großen Erfolges aus dem Jahre 2006, als wir hinter einem unschlagbaren „Dreamteam“ aus Eppingen verdient Zweiter wurden, zum anderen galt es mehr Glück mit der Unterbringung zu haben, die anno 2006 in der Kyffhäuser Jugendherberge fernab jeglicher Zivilisation unter grenzwertigen Bedingungen stattfand. Zur Erinnerung: Die Heizung funktionierte damals nur ausnahmsweise, das Essen war ideal zur Abhärtung ehemaliger Jungpioniere, es gab kein einheitliches Spiellokal für alle Teams und der Alkoholverkauf in der Jugendherberge förderte Exzesse einiger Teams, die man gemeinhin nur von sogenannten Flatratepartys oder dem jährlich in Florida stattfindenden Springbreak kennt. Kurzum, es war noch Steigerungspotential vorhanden!

Dieses Jahr sollte nun alles anders werden, wobei mir jedoch nichts Gutes schwante, als ich erfuhr, dass die Unterbringung in den beiden Hotels „Klosterbrauerei Seitz“ und „Brauerei Aukhofer“ erfolgte. Frei nach Harald Schmidt sagt man in Bayern „Ja zu deutschem (genauer zu bayerischem) Bier“! Letztlich erwiesen sich derartige Befürchtungen aber als vollkommen unbegründet, da der ungezwungene Umgang der bayerischen Bevölkerung mit dem Gerstensaft keineswegs als Indiz für übermäßigen Alkoholkonsum gewertet werden darf. Die Spielerinnen und Spieler widerstanden jedenfalls allen Verlockungen und ließen sich auch nicht durch die warmherzigen Anpreisungen des Kelheimer Landrates verführen, der den Jugendlichen die Empfehlung aussprach, doch einmal alle Biere der Region zu probieren, die allesamt vorzüglich seien. Prost! So war auch keiner überrascht, als wir als Preis jeder ein schönes Weizenbierglas im Rahmen der Siegerehrung in Empfang nehmen durften. Doch halt, zum Sportlichen kommen wir später. Zunächst soll das Hotel „Klosterbrauerei Seitz“ lobend erwähnt werden, in welchem wir untergebracht waren und das neben einem tadellosen Spielsaal über eine einfache, funktionale, aber vollkommen ausreichende Zimmerausstattung verfügte. Die Spieler waren in Doppelzimmern untergebracht, im Vergleich zu den aus Jugendherbergen bekannten 6er-Zimmern eine bedeutende Verbesserung. Beste Voraussetzungen also im Vergleich zum letzten Mal für einen „Wellness-Aufenthalt“, wenn, ja wenn das Hotel nicht ein massives Energieproblem gehabt hätte. Ob die Energieerzeugung per Ergometer oder Handkurbelbetrieb erfolgte, lässt sich aus der Ferne nicht mit Sicherheit ermitteln und tut letztlich auch nichts zur Sache. Jedenfalls waren die Betreiber erkennbar bemüht, Energie zu sparen. Dies zeigte sich zum einen darin, dass die Speisen nur zur Hälfte gekocht bzw. gebraten wurden, zum anderen in dem für die Teilnehmer nicht immer lustigen „Heizungsspiel“. Die Regeln waren denkbar einfach. Verließ man das Zimmer kurz zur Einnahme des Frühstücks, der mit Abstand besten, weil „kalten“ Mahlzeit, so fand man bei der Rückkehr aufs Zimmer die Heizung abgestellt vor, drehte sie wieder auf, nur um zu realisieren, dass selbige bei jedem noch so kurzen Verlassen des Zimmers wieder abgestellt wurde. Da bleibt den Betreibern nur ein Kompliment für die erstklassige Logistik auszusprechen, denn eine derartige Anzahl von Zimmern wärme-technisch zu regulieren erfordert sicherlich einen nicht unerheblichen Aufwand. Unsere Mannschaft ließ sich jedoch von diesen Dingen nicht beeindrucken und hatte die Weizenbiergläser als Preis fest im Blick, womit wir schon zum sportlichen Teil gelangt sind.

Im Bild mit den offiziellen Vertretern des Landkreises, der Stadt und des SK Kelheim die Mannschaft des HSK: Unser Berichterstatter und Coach Stefan Sievers hält sich im Hintergrund, aber überragt fast alle. Vor ihm als dritter von links nach rechts: Frank Bracker, Florian Held, Niclas Huschenbeth, Phil Wiese, Hendrik Möller und Arne Bracker mit dem größten Pokal, den wir je gewonnen haben. Auf dem Foto vermisse ich übrigens unseren früheren Jugendwart Hans Christian Stejskal, der als Vertreter der DSJ die DVM U20 in Kelheim geleitet hat.

Foto von der Homepage des Veranstalters: http://www.schachu20dvm2007.de

Als leichter Favorit gestartet, wurden wir unser Favoritenrolle gerecht, auch wenn es bis zur letzten Runde ungemein spannend blieb. Absolut überragende Ergebnisse von Niclas Huschenbeth und Frank Bracker (jeweils 6 ½ aus 7) bereiteten den Boden für den mannschaftlichen Erfolg. Hendrik Möller (1 ½ aus 7) spielte ein Turnier, bei dem er schachlich nicht anwesend war, Arne Bracker (5 aus 7) übte für die IM-Norm (3 aus 3 und anschließend durchremisieren), vergaß dabei aber, dass der Schnitt seiner Gegner 600 Punkte unter IM-Niveau lag. Florian Held (4 aus 7) und Phil Wiese (4,5 aus 7) erzielten positive Resultate, die angesichts erschreckend schwacher Gegnerschaft und dem damit verbundenen DWZ-Verlust auch etwas höher hätten ausfallen dürfen. Aber Schwamm drüber, nach einer Beinahe-Herzattacke von mir in der letzten Runde, als der bereits sicher geglaubte Sieg beinahe noch verspielt wurde, beendeten wir das Turnier mit 12 Mannschaftspunkten als verdienter Sieger vor der SG Bochum und dem SC Dillingen.

Zwei kommentierte Partien von Niclas und Frank verdeutlichen deren kämpferische Einstellung, zwei weitere Partien von unbekannteren Spielern sollte man sich als Motivationshilfe immer wieder anschauen, wenn man der Meinung ist, man wäre richtig schlecht. Es gibt immer Spieler die noch schlechter sind, auch bei einer Deutschen Meisterschaft!

Stefan Sievers

 

Wir ergänzen Stefan Sievers’ Bericht mit der Tabelle, mit einem Zitat von der Homepage des Veranstalters, in dessen Rundenberichten unser Erfolg ebenso als verdient anerkannt wird wie auf der Homepage unseres Dauerrivalen in der „Königsklasse“, der SG Bochum, und fügen auch die „mit dem Lächeln der Sieger“ verfolgte letzte Partie hinzu, die Arne Bracker selbstkritisch analysiert hat: Seine Analyse macht deutlich, dass auch ein Titelgewinn Lernprozesse nicht ausschließt.


Logo des SK Kelheim 1920 e.V.

DVM U20 - Endstand

Rg Mannschaft Land NWZ S R V Man.Pkt. Brt.Pkt.
1. Hamburger SK von 1830 HAM 2126 5 2 0 12 - 2 28.0
2. Schachgesellschaft Bochum NRW 2017 4 2 1 10 - 4 26.5
3. SC Dillingen BAY 1997 4 2 1 10 - 4 23.5
4. SV Sangerhausen e. V. S-A 2009 4 1 2 9 - 5 25.0
5. Schachfreunde Brackel 1930 NRW 1945 3 2 2 8 - 6 21.0
6. Heilbronner SV WÜR 1801 3 2 2 8 - 6 20.5
7. SC Leipzig-Gohlis SAC 1775 3 1 3 7 - 7 23.0
8. SG Blau-Weiß Stadtilm THÜ 1822 2 3 2 7 - 7 22.5
9. Schachfreunde Hettstedt S-A 1836 2 3 2 7 - 7 20.0
10. SGem Pang/Rosenheim BAY 1968 3 1 3 7 - 7 19.5
11. SV 1920 Hofheim HES 1804 3 1 3 7 - 7 19.5
12. Schachfreunde Köln-Mülheim NRW 1928 3 0 4 6 - 8 19.5
13. SK Kelheim 1920 BAY 1832 1 3 3 5 - 9 17.0
14. SC Tamm 74 WÜR 1769 2 0 5 4 - 10 19.0
15. FSV Großenseebach BAY 1925 1 2 4 4 - 10 19.0
16. SF Bad Mergentheim BAD 1634 0 1 6 1 - 13 12.5

„Erste Erleichterung im Hamburger Lager machte sich breit, nachdem SG Bochum gegen SF Brackel nur ein 3-3 erreicht hatte. Dies bedeutete für die Hansestädter, dass auch ein Unentschieden gegen den eigenen Gegner, SGen Pang/Rosenheim, den Titel sichern würde. Bald darauf fiel die Entscheidung: Nachdem fünf der sechs Partien entschieden waren, stand es 3-2 für Hamburg. Der Triumph war den Hamburger Spielern deutlich anzusehen, mit dem Lächeln der Sieger verfolgten sie ihre letzte noch ausstehende Partie, die schließlich mit einem Remis endete. Damit gewann Hamburg auch die letzte Runde und - mit einem deutlichen Vorsprung von zwei Mannschaftspunkten - die DVM in Kelheim.“

Stephan Gießmann und seinem großem Team vom SK Kelheim danken wir herzlich für eine vorbildliche Ausrichtung der Meisterschaft!

ChZ

 

Schwarz,Felix (1605) - Uhlmann,David (1843)
DVM 2007 U20 Kelheim (1.5), 27.12.2007

1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.dxc5 e6 4.Le3 Lxc5 5.Lxc5 Da5+ 6.b4 Zu dieser Partie ist eigentlich nicht viel zu sagen, nur dass sie ein guter Ansatzpunkt für Schwarz wäre, ein ernstes Gespräch mit einem Trainer zu suchen. 1-0

Ackermann,Johannes (1756) - Foß,David (1489)
DVM 2007 U20 Kelheim (7.5), 30.12.2007

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d4 exd4 5.0-0 Lc5 6.e5 Sg8 [6...d5] 7.Sg5 Sh6 8.Te1 Le7 9.Se4 Sxe5 10.Lxh6 Sxc4 11.Lxg7 Tg8 12.Sf6# Auch nett. Man sieht: Auch in Kelheim galt das olympische Motto "Dabeisein ist alles". 1-0

Bracker,Frank (2181) - Hillmann,Michael (2034)
DVM 2007 U20 Kelheim (5.2), 29.12.2007

1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Dd6 4.d4 Sf6 5.Sf3 a6 6.g3 b5 7.Lg2 Lb7 8.0-0 e6 9.Lf4 Dd8 [9...Db6 ist die Theoriefortsetzung. Wenn man als Schwarzer solch anrüchige Varianten spielt, muss jeder Zug stimmen, sonst ist es schnell aus.] 10.Se5 Lxg2 11.Kxg2 Ein Blick auf die Stellung genügt, um zu erkennen, dass bei Schwarz viel falsch gelaufen ist. Er hat erst eine Figur entwickelt, wogegen bei Weiß alle Figuren im Spiel sind 11...Sd5 [11...Ld6 12.Df3 Ta7 sieht auch nicht schön aus] 12.Df3 c6

13.Sxf7? Weiß verkauft sich mit dieser taktischen Abwicklung zu billig [13.Tfe1 Sxf4+ 14.gxf4! Dc7 15.d5 hätte die schwarze Stellung aus den Angeln gehoben] 13...Kxf7 14.Lxb8+ Df6 15.Sxd5 Dxf3+ 16.Kxf3 exd5 17.Le5 Freilich steht Weiß auch hier klar besser, doch das Endspiel erfordert noch Technik. 17...Le7 18.Ke3 Lf6 19.f4 a5 20.Kd3 Ta7 21.Tae1 Tb7 22.Tf3 b4 23.Tfe3 Lxe5 24.Txe5 a4 25.Tf5+ Kg6 26.g4 Tf7 27.Te6+ Tf6 28.Tfxf6+ gxf6 29.g5 1-0

Huschenbeth,Niclas (2405) - Aulich,Marcell (2058)
DVM 2007 U20 Kelheim (2.1), 27.12.2007

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Sd5 Le7 10.Lxf6 Lxf6 11.c3 0-0 12.Sc2 Lg5 13.a4 bxa4 14.Txa4 a5 15.Lc4 Tb8 16.b3 Kh8 17.Sce3 g6 18.h4 Lxh4 19.g3 Lg5 20.Ta2 [20.f4 ist die scharfe theoretische Alternative] 20...Lxe3 21.Sxe3 Le6 22.Td2 De7 23.Txd6 Sd4 24.Td5 Sc6 25.Td3 In der Partie Baramidze,D -Jakovenko,D Izmir 2004 einigte man sich nach der Zugwiederholung 25.Td6 auf Remis, doch Niclas spielt im Hinblick auf die Elodifferenz selbstverständlich weiter. Kompliment an den Gegner, 24 Züge Theorie gelernt zu haben, genützt hat dies aber nichts. [25.Td2 Lxc4 26.Sxc4 Db7 macht es für Weiß auch nicht einfacher] 25...Lxc4 26.Sxc4 Db7 27.Dd2 [27.Td5 Dxb3 28.Dxb3 Txb3 29.Kd2 gibt Weiß zwar volle Kompensation für den Bauern, doch wären danach die Gewinnchancen relativ gering] 27...Sb4! [27...Dxb3?? 28.Dh6 führt sofort zum Matt (oder Damengewinn).] 28.Te3 Tfd8 29.De2 Sc6 30.Sd2 Dd7 [30...Kg7 wäre etwas vorsichtiger gewesen.] 31.g4 a4 32.Teh3 [32.bxa4 Tb2-+] 32...h5 33.De3

Die entscheidende Stellung in der Partie, in der Schwarz fehlgreift. 33...Dxg4?? [33...Kg7 34.gxh5 Txb3! 35.hxg6 Tb1+ 36.Ke2 Dg4+ 37.Sf3 Txh1 38.Dh6+ Kf6 und Schwarz ist weiterhin voll im Spiel] 34.Th4 Dg2 35.T4h2 In Zeitnot wiederholt Weiß einmal die Züge 35...Dg4 36.Th4 Dg2

37.Txh5+! Kg7 [37...gxh5 38.Txh5+ Kg8 39.Tg5+ Dxg5 40.Dxg5+ Kh7 41.Df6 und gewinnt] 38.Th7+ Kf6 39.T1h3 Dg1+ 40.Ke2 Tb7 41.Tg3 Dc1 42.Dg5+ Ke6 43.Dxg6+! 1-0

Bracker,Arne (2105) - Heigermoser,Robert (1975) [B96]
DVM 2007 U20 Kelheim (7.4), 30.12.2007
[Arne Bracker]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Sc6 Eine Nebenvariante, die durch GM Shabalov bekannt wurde. Lustig ist, dass GM Shabalov diese Variante auch "widerlegt", bzw. größeren Vorteil für Weiß nachgewiesen hat! 8.e5! ist der einzige Weg, um Vorteil aus der schwarzen Partie zu ziehen... 8...h6 9.Lh4 g5!? Die schärfste Fortsetzung in diesem Abspiel! [9...dxe5 10.Sxc6 Dxd1+ 11.Txd1 bxc6 12.fxe5 Sd5 13.Se4 ² ist eine ruhigere Variante] 10.fxg5 Sd5 [10...Sh7?! 11.Sxc6 bxc6 12.exd6±; 10...hxg5?? 11.Sxc6 bxc6 12.Lxg5+-] 11.Sxd5 exd5 12.exd6 Lxd6!? [12...Dxd6!? 13.De2+ Le7 14.Sxc6 bxc6 15.Lg3! Dg6 (15...Db4+?! 16.c3±) 16.De5! Tg8 17.gxh6! Dxc2 18.Le2 Tg5 (18...Dg6 19.Lh4‚) 19.Dh8+ Kd7 20.Dc3!+- Dxc3+ 21.bxc3 Lf6 22.0-0 Lxc3 23.Txf7+ Ke6 24.Taf1 Ld7 25.Lh4 Tg6 26.Lh5+- 1:0 Shabalov-Browne Las Vegas 1997] 13.Sxc6 bxc6 14.Dd4 De7+ 15.Le2 Le5 16.Da4 Tb8 17.g6 Db4+ 18.Dxb4 Txb4 19.gxf7+ Kxf7 20.0-0+ Kg7 [20...Ke6!? Ein interessanter Zug, den auch mein Computerprogramm vorschlägt und der schon bei der Europameisterschaft der U14 gespielt wurde. 21.Lf2 Kd6 (21...Txb2!? 22.Ld3 d4 23.Tfe1 Kd6 24.Te4 Kd5 (24...Lf5?? 25.Txe5!+- Kxe5 26.Te1+ Kd5 27.Lxf5+-) 25.Tae1 Lg7 26.Lg3‚) 22.Tab1 Txb2 23.Txb2 Lxb2 24.Td1 Le5 25.Tb1 Lf5 26.Tb6 Ta8 27.Ld3 Lxd3 28.cxd3 Lc3 29.g4 Ld2 30.d4 Ke6 31.a4 h5 32.gxh5 Kf5 33.Kf1 Kg5 34.Le1 Le3 35.Lc3 Kxh5 36.Ke2 Lg1 37.Kd3 c5 38.dxc5 Tc8 39.Txa6 1-0 Baghdasaryan,V-Lagarde,M/Sibenik 2007 (39)] 21.Lf2 Tf8

Bis hierhin hatte mein Gegner die Variante am Vorabend vorbereitet, während ich länger "reingucken" musste, um die richtigen Züge zu finden! Eine etwas ungünstige Situation für mich... 22.Lc5?! [¹22.Ld3 ist besser 22...Txb2 23.Tae1] 22...Txf1+ 23.Txf1 Txb2 24.Lf8+ Kg8 25.Lxh6 Ld4+ [25...Txc2?? 26.Tf8+ (nicht aber 26.Ld3 Ld4+ 27.Kh1 wegen 27...Tf2 µ) 26...Kh7 27.Ld3++-] 26.Kh1 Lg7!? [26...Txa2!? 27.Ld3 Lg7 ¹ 28.Le3 (28.Lxg7 Kxg7 29.h4 c5 30.g4 c4 31.Lf5 Lxf5 32.Txf5 d4‚ 33.Td5 Txc2 34.Txd4 a5 35.Td7+ (35.Td5 a4µ) 35...Kf6 36.Td5 c3 37.Tf5+ Kg7µ )] 27.Lxg7 Kxg7 28.Ld3 Txa2 [28...c5 29.h4 Txa2!? ³ (29...c4!?³ 30.Lf5 Lxf5 31.Txf5 d4 32.Td5 Txa2 33.Td7+ Kf6 34.Txd4 Txc2 35.Td6+ Kf5 36.h5 Kg5 37.Td5+ Kh6 38.g4 c3 39.Td6+ Kg5 40.h6 Td2 41.Tc6 c2 42.h7 Td1+ 43.Kg2 Td2+ 44.Kh3 Td3+ 45.Kg2 Td2+ 46.Kf3 Td3+ 47.Ke4 Th3 48.Txc2 Txh7=)] 29.h3? Ein schlechter Zug; im Nachhinein denke ich, dass h4 besser gewesen wäre. [¹ 29.h4] 29...a5 30.Kh2 a4 31.h4 a3 32.g4 c5 33.h5 c4 34.Lg6 Lxg4 35.Kg3 [35.Tg1 Tb2! 36.Txg4 a2–+] 35...Lxh5 36.Lxh5 Txc2 37.Ta1?! [¹ 37.Lf3! d4 38.Kf4 d3 39.Ta1 a2 40.Ke3 ¹Kf6 (40...d2?! 41.Ld1 Tc1 42.Txa2 Txd1 43.Txd2 Tc1 44.Td4 c3 45.Tc4=) 41.Kd4= Kf5 42.Le4+ Kf4 43.Lxd3 cxd3 44.Kxd3 Tf2 45.Kc3=] 37...a2 38.Lf3 d4 39.Ld5 c3 40.Lb3 Tb2 41.Lxa2 Txa2! [41...d3 42.Lc4 d2 (42...c2?! 43.Lxd3 Tb3 (43...Tb1? 44.Ta7+‚) 44.Kf2 Txd3 45.Tc1=) 43.Ld3 Ta2 44.Td1 Ta6 45.Kf2 Te6 46.Lc2 Kf6 47.Tb1 Ke5 48.Ke3 Td6 49.Tb5+ Ke6 50.Tc5=; 41...c2? 42.Kf3= Txa2 43.Tg1+ Kf6 44.Ke4 Ta4 45.Tc1 Ke6 46.Txc2=] 42.Txa2

42...d3 43.Kf3 c2 44.Ta7+ Kf6 45.Tc7 d2 46.Txc2 d1D+ 47.Te2 Hier hatten wir noch beide zwanzig Minuten auf der Uhr; ich dachte mein Gegner würde dieses Endspiel mit der Zeit locker gewinnen, aber ich wollte mich so zäh wie möglich verteidigen und ihm soviel Technik abverlangen wie möglich... 47...Kf5 48.Ke3 Ke5 49.Kf3+ Kd4 50.Kf2 Dh1 51.Td2+ Ke4 52.Ke2 Df3+ 53.Ke1 "Na komm doch!", dachte ich, und hoffte, dass mein Gegner hier schnell Ke3 schnell zöge, während ich für mich das Lied "Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist" anstimmte, das mir im letzten Jahr geholfen hatte, gegen Bochum zu gewinnen und zur besonderen Vorbereitung mit Stefan Sievers gehört ... 53...Dc3 "Na ja, schade, aber vielleicht fällt mein Gegner später auf den Patt-Trick rein!" 54.Kd1 Ke3 55.Te2+ Kf3 56.Tf2+ "He, he, schlag ihn doch!" Zugegeben, es ist vielleicht etwas seltsam, innerlich meinen Gegner anzusprechen, aber zum Glück hat er nie geantwortet! Außerdem mache ich das nur ganz selten, nicht dass jemand denkt, ich sei komisch... 56...Kg3 57.Te2 Da1+ 58.Kd2 Kf3 59.Te3+ Jetzt durfte ich auch noch die dritte Reihe einnehmen, eigentlich war ich aber mit der Verteidigung auf der zweiten Reihe bisher zufrieden gewesen! 59...Kf4 60.Tc3 Db2+ 61.Kd3 Ke5 62.Tc5+ Kd6 63.Tc2 Db3+ 64.Tc3 Dd1+ 65.Ke3 De1+ 66.Kd3 Kd5 67.Kc2 Kd4 68.Td3+ Kc4 69.Td2 Da1 70.Te2 Kd4 71.Td2+ Kc4 72.Td8 Dc3+ 73.Kd1 Df3+ 74.Kc2 Db3+ 75.Kc1 De3+ 76.Kd1 Df3+ 77.Kc2 Df5+ 78.Kd1 Dh5+ 79.Kc2 Dg6+ 80.Kd1 Dh5+ 81.Kc2 Dg6+ 82.Kd1 Dg4+ 83.Kc2 De4+ 84.Kd1 Db1+ 85.Ke2 De4+ 86.Kd1 zum Glück hat mein Gegner Kc3 nicht gesehen, den Zug, mit dem er mit etwas mehr Zeit auf der Uhr hätte gewinnen können, mit acht verbleibenden Sekunden bot er lieber Remis an! Durch dieses Remis haben wir die letzte Runde gegen Pang/Rosenheim am Ende sogar noch mit 3½-2½ gewonnen! [86.Kd1 Kc3 87.Tc8+ Kd3 88.Td8+ Ke3 89.Kc1 Dc6+ 90.Kd1 Db6 91.Te8+ Kd3-+] ½-½

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Text 2

Deutschland ein Wintermärchen

Vom 26.-30.12.2006 fand in Kelbra die alljährliche Deutsche Vereinsmeisterschaft U20 statt. Wie bitte? Sie haben von Kelbra noch nie gehört? Nicht schlimm - wir auch nicht. Trotzdem begaben wir uns am 26.12. aus dem schönen Hamburg auf eine lange Reise in einen der entlegensten Winkel des malerischen Bundeslandes Sachsen-Anhalts, nicht weit entfernt von Thüringen, dem Land, aus dem die leckeren Bratwürstchen kommen. Die Landschaft ließ Assoziationen aufkommen an das bekannte im Jahre 1844 veröffentlichte Werk von Heinrich Heine. Hier war die Zeit stehen geblieben. Wäre nicht die Landstraße gewesen, auf dem alle paar Minuten ein Auto vorbeikam, hätte man auch an eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert glauben können. Hatte ich schon ausgeführt, dass sich hier Fuchs und Hase gute Nacht sagten?

Spiel- und Übernachtungsort war die von der Restzivilisation bewusst abgeschnittene Kyffhäuser Jugendherberge, so abgelegen, dass dort noch nicht einmal Fuchs oder Hase zu sehen waren. Ihr Berichterstatter befürchtete bei dem Namen Kyffhäuser bereits das Schlimmste, doch glücklicherweise entpuppte sich die Jugendherberge als absolut cannabisfrei. Als Kompensation bot die Leitung ausreichend Bier zum Verkauf an, ein absolutes Novum für mich als erfahrenen Gast in Jugendherbergen, die eigentlich generell im Hinblick auf die jugendliche Zielgruppe alkoholfrei ausgerichtet sind. Von den gerstensafthaltigen Verlockungen ließ sich unsere Mannschaft freilich nicht verführen, sondern konzentrierte sich auf das Wesentliche, den Kampf auf den 64 Feldern. Das galt allerdings keineswegs für die anderen Teams. Insbesondere die Eppinger standen vor einem kaum lösbaren Problem: Im Hinblick auf ihre haushoch überlegene Mannschaft mit Jugendweltmeister Arik Braun, IM Georg Meier und den außerordentlich starken Amadeus Eisenbeißer und Maximilian Meinhard, war an eine schachliche Herausforderung noch nicht einmal im Ansatz zu denken. Die Eppinger mussten ihre Herausforderung also auf anderem Wege suchen. Sie untersuchten somit Fragestellungen wie: „Können wir auch noch gewinnen, wenn wir uns sinnlos besaufen, jeden Abend bis in die Puppen Party machen und dann am nächsten Morgen vollkommen übernächtigt gegen unsere Gegner mit 200-300 Punkten Elo Differenz antreten?“. Die Antwort war eindeutig „Ja“. Es ging und zwar vollkommen unproblematisch. Die Eppinger wurden für ihr Verhalten abseits der 64 Felder zum Teil stark kritisiert, doch mag man ein gewisses Nachsehen für jugendlichen Übermut haben, zumal nicht jeder im jugendlichen Alter die Vernunft in Person war. Der Eppinger Betreuer hätte seine Leute allerdings auch etwas besser im Griff haben können und so nächtliche Belästigungen anderer Mannschaften auf ein vertretbares Minimum reduzieren können.

Der Schlafentzug war allerdings bereits durch die nicht ausreichend funktionierende Heizung vorprogrammiert. Möglicherweise war die Jugendherberge noch für Extremwintersportler der früheren DDR konzipiert, doch mag dies auch nur ein nicht verifizierbares Gerücht sein. Das Essen war der Temperatur angepasst, wenig schmackhafte, sehr fetthaltige Nahrung, die für ein Auffüllen der körpereigenen Fett- und Wärmespeicher ausgezeichnet geeignet war, nicht jedoch den Ansprüchen wenigstens durchschnittlich ausgeprägter Geschmacksnerven genügte und von der Bezeichnung „lecker“ so weit entfernt war wie der Nordpol vom Südpol.

Sie merken also, man hätte das eine oder andere kritisieren können, wie, nicht zuletzt, auch die ungeeigneten Spielbedingungen, bei denen die weiter hinten liegenden Mannschaften ihr Glück im Keller versuchen durften, weil der Spielsaal nicht über eine ausreichende Kapazität verfügte. Für unsere Mannschaft waren die Bedingungen jedoch aus subjektiver Sicht ideal. Wir konnten uns auf das Wesentliche konzentrieren und spielten ein außerordentlich erfolgreiches Turnier, bei dem wir letztendlich verdient hinter den übermächtigen Eppingern die Vizemeisterschaft erringen konnten. Zudem gab es keinerlei Beschwerden über das Verhalten unserer Mannschaft, die sich aus jedwedem Streit vernünftiger Weise heraushielt.

Alle Hamburger Spieler überzeugten auch schachlich gegen teils sehr starke Gegner mit folgenden Einzelergebnissen:

1 Frank Bracker 4 aus 7
2 Robin Stellwagen 3 ½ aus 7
3 Stefan Schnock 3 ½ aus 7
4 Arne Backer 5 aus 7
5 Florian Held 4 ½ aus 7
6 Hendrik Möller 5 ½ aus 7


Ankunft am Hauptbahnhof: Coach Stefan Sievers, Robin Stellwagen, Arne Bracker,
Hendrik Möller, Floran Held, Frank Bracker und Stefan Schnock (v. l.) - das HSK Team
 mit 11-3 / 26 Deutscher Vizemeister.

In der Mannschaftswertung setzte sich unangefochten der SC Eppingen (14-0 / 31 ½) durch, der alle Runden souverän gewann und durch ein 5 ½ - ½ gegen uns seine einsame Klasse unterstrich. Dritter wurde die Mannschaft vom SV Rüdersdorf (9-5 / 21 ½) vor dem SV Sangerhausen, dem SK Post Hannover, der SG Bochum, der SG Pang/Rosenheim (alle 8-6) und dem TSV Bindlach-Aktionär (7-7) und acht weiteren Mannschaften.
Die folgenden aus dem Kampf gegen unseren Dauerrivalen Bochum stammenden drei Partien mögen zur Veranschaulichung des kämpferischen Schachs unserer Mannschaft dienen.

Stefan Sievers
Foto: HSK

 

Weimann,Maximilian (2184) - Bracker,Frank (2134) [B91]
Hamburger SK-SG Bochum 31 (6.1)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.g3 Nicht gerade der schärfste Aufschlag gegen die Najdorfvariante, doch ein positionell begründetes System, bei dem Weiß frühzeitig den Kampf um das wichtige Feld d5 eröffnet. 6...e5 [6...e6 führt zu Varianten des Scheveniger Systems, wonach ein vollkommen anderer Stellungstyp entsteht.] 7.Sb3 [7.Sde2 gilt als aussichtsreicher. Weiß plant Lg2, h2-h3, g3-g4 und Se2-g3. Dagegen ist nicht klar, was der Springer auf b3 ausrichten will.] 7...Sbd7 8.a4 b6! Sonst engt Weiß seinen Gegner mit a4-a5 zu sehr ein. 9.Lg2 Lb7 10.0-0 Le7 11.Te1 Tc8 12.Sd2 Nun soll der Springer über f1-e3 nach d5 streben, doch der Plan ist nicht in die Praxis umzusetzen. 12...Tc5 [12...0-0 kam auch in Betracht mit den selben Gegenspielideen wie in der Partie] 13.Sf1

13...Da8! Durch den Druck gegen e4 kommt Weiß nun nicht mehr zur Verwirklichung seines Plans 14.Se3? [14.Le3 Txc3 15.bxc3 Sxe4 ist ebenfalls befriedigend für Schwarz, wäre aus weißer Sicht jedoch vorzuziehen gewesen.] 14...Sxe4 15.Df3 Sdf6 16.Sf5 Txc3! Nach diesem Standardqualitätsopfer ist die weiße Stellung eine Ruine. Man hat fast Mitleid mit Franks Gegner, dass dieser so leiden muss. 17.bxc3 Sc5 18.Dd1 Lxg2 19.Sxd6+ [19.Sxg7+ Kd8 führt zu tödlichen Felderschwächen im weißen Lager] 19...Kf8 [19...Lxd6 gewinnt noch schneller, erfordert allerdings auch eine genaue Variantenberechnung. Franks Zug ist aus praktischen Gründen die bessere Wahl, da Weiß nun keine Gegenchancen mehr bekommt. 20.Dxd6 Lh3 21.Dxe5+ (21.Txe5+ Se6 22.f3 Dxf3 23.Db8+ Kd7 24.Da7+ Kc6 und Game over) 21...Kd7 22.Td1+ Kc8] 20.Txe5 Lh3 21.f3 Dd8 22.Lg5 Dxd6 23.De1 Le6 24.Td1 Dc6 25.Te3 h6 26.Lxf6 Lxf6 27.a5 bxa5 28.Ta1 a4 29.Tb1 Kg8 30.Dd1 Kh7 31.Kg2 Td8 32.De1 a3 33.Ta1 a2 Wie muss sich Weiß hier wohl gefühlt haben? 34.h3 Dd5 35.Te2 Dc4 36.Te3 Sa4 37.h4 Lxc3 0-1

Stellwagen,Robin (2211) - Werthebach,Felix (2138) [B85]
Hamburger SK-SG Bochum 31 (6.2)

1.e4 c5 2.Sf3 Sehr schön! Robin spielt in seinen letzten Tagen als aufstrebendes Talent noch den offenen Sizilianer. Ehemalige Talente - wie beispielsweise der Kommentator dieser Partie - bevorzugen dagegen häufiger Nebenvarianten, die zwar keinen Eröffnungsvorteil einbringen, aber schonender für die Nerven sind. 2...e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 Schwarz wählt die Scheveninger Variante, die in dieser Zugfolge wegen des Keres Angriffs mit 6.g4 etwas seltener gespielt wird. Robin wählt statt dessen einen soliden Aufbau, mit dem Weiß seinen Königsflügelangriff vorzugsweise mit den Figuren führt. 6.Le2 Le7 7.0-0 0-0 8.f4 a6 9.De1 Sc6 10.Le3 Dc7 11.Dg3 Der weiße Angriffsplan besteht nun darin, nach Vorbereitung durch Tad1 den Zug e4-e5 durchzusetzen, dadurch wird zum einen die Diagonale d3-h7 für den weißen Läufer frei, und zum anderen erhält Weiß das schöne Feld e4 für seinen Springer. Gelingt dies, wird es oftmals sehr ungemütlich für den schwarzen König. 11...Te8 12.Kh1 Tb8 Merkwürdige Dinge passieren hier. Offensichtlich will Schwarz den Turm aus der Diagonalen a8-h1 entfernen, die nach sofortigem 12...b7-b5 arg geschwächt wäre. Allerdings kostet dieses Vorgehen viel Zeit. [12...b5 13.e5 dxe5 14.Sxc6 Dxc6 15.fxe5 Sd5 sieht nicht wirklich Vertrauen erweckend für Schwarz aus] 13.Tae1 Lf8 14.a3 Weiß möchte Le2-d3 ziehen, ohne von Sb4 belästigt zu werden. 14...b5 15.Ld3 Lb7 [15...b4 16.Sxc6 Dxc6 17.axb4 Txb4 18.e5 war eine interessante Alternative, die zu analysieren der Kommentator zu faul ist.] 16.Sxc6 Lxc6 17.Ld4 Sd7 18.e5 b4 19.Se4 Lxe4! 20.Lxe4 g6 21.axb4 d5 22.Ld3 Lxb4 23.Te2? [23.c3 Lc5 24.f5 exf5 (24...Lxd4 25.cxd4 ist wohl nur Zugumstellung) 25.Lxf5 Lxd4 26.cxd4 Sf8 27.Lh3 Se6 (27...Txb2 28.e6 und gewinnt wegen des Angriffs auf die Dame) 28.Lxe6 Txe6 (28...fxe6 29.Tf6 Txb2 30.Tef1 gibt Weiß zu starken Angriff) 29.Tc1 Dd7 30.Tf2 mit weißem Vorteil] 23...Lc5 24.c3 Lxd4 25.cxd4 Tb3 die Fesselung des Läufers ist nun recht unangenehm 26.h4 [26.f5!? stellt Schwarz vor taktische Probleme, sollte aber objektiv nicht mehr als Ausgleich darstellen 26...exf5 27.e6 Dd8 (27...Dxg3 28.exd7!) 28.exf7+ Kxf7 29.Txe8 Kxe8 und es scheint für Weiß nicht so recht weiter zu gehen (29...Dxe8 30.Lxf5 Txg3 31.Lxd7+)] 26...Db6 27.h5?!

Objektiv ist das nicht gut, doch in beginnender Zeitnot stellt Robin seinem Gegner einige Probleme, die dieser nicht vollständig lösen konnte. Praktisch gesehen somit eine vertretbare Entscheidung. [27.De3] 27...Dxd4 28.Te3 Sc5 29.Tff3 Txd3 30.Txd3 Sxd3 31.Txd3 Dxb2 Weiß hat nun zwei Bauern weniger, doch verfügt er über Angriffschancen. Schwarz muss genau spielen, um den weißen Angriff abzuwehren, was ihm nicht gelingt... 32.h6! [32.Kh2 De2 33.Tf3 ändert nicht viel] 32...De2 33.Tf3 d4? [33...Dc2 34.Dh4 Dc5 wäre besser gewesen] 34.Dh4 [34.Kh2 d3 35.Dg5 Kf8!-+] 34...d3

35.f5?? [35.Df6 Kf8 36.f5 exf5 37.Dh8+ Ke7 38.Df6+ Kf8 mit Dauerschach und letztlich verdientem Remis (38...Kd7 39.Dd6+ Kc8 40.Dxa6+ ist schlecht für Schwarz)] 35...d2?? [35...exf5! hätte hier für Schwarz gewonnen 36.Txf5 (36.Df6 De1+ 37.Kh2 Dxe5+-+) 36...d2 37.Df6 d1D+ 38.Kh2 Dh5+ 39.Txh5 Dxh5+ 40.Kg1 Dxe5-+] 36.Df6! d1D+ 37.Kh2 Dxg2+ [37...Kf8? 38.fxe6] 38.Kxg2 Dd2+?? [38...De2+ 39.Tf2 Dg4+ 40.Kh2 Kf8! 41.Dh8+ Ke7 42.f6+ Kd7 43.Td2+ Kc7 44.Dxe8 Df4+ und Schwarz kann Dauerschach geben] 39.Tf2 Dxh6 40.fxe6 Txe6 41.Dxf7+ Kh8 42.Dxe6 Dg5+ 43.Kf3 Dh5+ 44.Kg3 Dg5+ 45.Dg4 De3+ 46.Kg2 1-0

Bracker,Arne (2056) - Pilat,Daniel (2109) [B28]
Hamburger SK-SG Bochum 31 (6.4)

1.e4 c5 2.Sf3 a6 Die O´Kelly Variante in der sizilianischen Verteidigung, die besser als ihr Ruf ist. 3.c3 [3.d4? cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 sichert Schwarz bequemen Ausgleich und ist das, worauf Schwarz hofft; 3.c4 d6 4.d4 Lg4 ist ein interessantes Abspiel, bei dem Schwarz um das Feld d4 kämpft.] 3...d5 4.exd5 Dxd5 5.d4 e6 in diesem Stellungstyp gilt a7-a6 nicht als der sinnvollste Zug, so dass die weiße Stellung als leicht vorteilhaft eingeschätzt wird. Arne fühlt sich in diesen Stellungen allerdings nicht wirklich wohl. 6.Le2 Der Läufer steht allgemein besser auf d3, wo er den weißen Königsangriff unterstützt [6.Le3 cxd4 7.cxd4 Sf6 8.Sc3 wäre analog zu den bekannten Varianten des c3-Sizilianers wohl besser gewesen.] 6...Sf6 7.0-0 Sc6 8.Le3 cxd4 9.cxd4 Le7 10.Sc3 Dd6 11.Tc1 0-0 12.Dd2 Sb4 Das ist strategisch recht riskant. Zwar bekommt Schwarz das Feld d5 nun fest unter Kontrolle, doch er gibt das Feld e5 auf. 13.Lf4 [13.Se5 Sbd5 14.Lg5!?] 13...Dd8 14.Se5 Sbd5 15.Sxd5? Figurenabtausch in Stellungstypen mit isoliertem Bauern nützt zumeist dem Verteidiger. Weiß sollte sich lieber auf c3 schlagen lassen, da nach bxc3 sein Zentrum gestärkt wird und er die Perspektive hat, mit c3-c4 weiteren Raum zu gewinnen 15...Sxd5 16.Lg3 Ld7 17.Lc4 Le8 18.a3 Lg5 provoziert f2-f4, doch ist keineswegs klar, dass dies für Weiß nachteilig ist 19.f4 Le7 20.Lf2 [20.Tce1 mit der Idee f4-f5 kam stark in Betracht] 20...Tc8 21.Ld3 Txc1 22.Txc1 mit weiterem Figurentausch wird die schwarze Aufgabe zunehmend leichter 22...Ld6 23.Dc2 f5?! [23...g6 sieht wesentlich solider aus] 24.g3

Wie steht Weiß? Nicht gut! Insbesondere der Läufer f2 kann nicht gefallen. Arne hat jedoch gelernt, in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren. Ihm kam nach eigener Angabe der Ohrwurm der Wuppertaler Kultband - Die Kassierer- "Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist" in den Sinn und er summte den Ohrwurm mit durchschlagenden Erfolg den Rest der Partie vor sich hin. Ja, manchmal helfen eben auch solche Methoden! 24...Lxe5? Löst das Isolaniproblem für Weiß und befreit den Läufer f2. Vielen Dank, Herr Gegner! 25.dxe5 Lc6 26.Lxa6! Riskant, aber wenn man erstmal einen Ohrwurm drin hat, ist man nicht mehr zu stoppen. [26.Lc5 Tf7 27.Lf1 g5 gibt Schwarz aber auch Spiel] 26...Sb4?! [26...Sxf4 27.gxf4 Dd5 28.Kf1 Dh1+ 29.Ke2 Df3+ 30.Ke1 Le4 31.Dd1 Dh1+ 32.Lf1 Lg2 33.Kd2 Td8+ 34.Ld3 Dxh2 Schwarz hat einige aber nicht voll ausreichende Kompensation] 27.axb4 Dd5 28.Lc5

[28.Kf1 analog zu den Varianten mit 26...Sxf4 aber mit einem Mehrbauern] 28...Td8 [28...bxa6 29.Lxf8 Dh1+ 30.Kf2 Df3+ 31.Ke1 Dh1+ 32.Kd2 Dxh2+ ist Dauerschach, da 33.Kc3 Dxg3+ 34.Kd4 Dxf4+ 35.Kc5 Lb5 36.Kb6 Dd4+ 37.Dc5 Dd8+ 38.Dc7 Dxf8 39.Td1 Dxb4 40.Td8+ Le8+ 41.Ka7 Df8 dem Weißen zwar eine optisch gute Stellung verschafft, in der allerdings kein klarer Gewinnweg zu sehen ist, jedenfalls nicht bei oberflächlicher Analyse] 29.Lc4 Dh1+ 30.Kf2 Dg2+ [30...Dxh2+ 31.Ke1 Dh1+ 32.Lf1] 31.Ke1 Dh1+ 32.Lf1 Le4 33.Df2 Td5 34.Td1 Ld3 35.Dg2! Dxf1+ 36.Dxf1 Lxf1 37.Txd5 1-0

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Text 3

HSK U20 enttäuscht bei der DVM

Robin Stellwagen, Spitzenbrett des HSK in der Jugend-Bundesliga und auch im Finale der Deutschen Vereinsmeisterschaften U20, erzählt folgend von den vier Tagen in Berlin - in der Hoffnung, dass nur die Erinnerung an die schöne Schneelandschaft bleibt und der Blick wieder frei wird für die nächste DVM 2006. Er hatte den Eindruck, dass das HSK Team in Berlin versagt hat, und dieses Gefühl will er sich aus den Knochen schütteln. Deshalb fällt seine Erzählung vielleicht manchmal etwas zu schwarz aus. Unsere Leser sollten sich an die von Robin ausgewählten Diagramme halten: Hier zeigt er jeden Spieler im „Lichtblick“, deren es doch bei allem Schatten über dem Turnier doch auch einige gegeben hat. Sie bei der nächsten Gelegenheit zu vermehren und ihre Folge am besten gar nicht abreißen zu lassen, ist sicher Robins Ziel.

(Text: ChZ)

 

Die Geschenke waren gerade eingesackt und das Weihnachtsessen mit der Familie war fast schon verdaut, da trafen sich am 2. Weihnachtstag Robin Stellwagen, Hendrik Möller, Stefan Schnock, Janina Stejskal, Vadym Salenko, Philipp Müller und als ihr Betreuer HaChri Stejskal am Hauptbahnhof, um sich zusammen zur Deutschen Vereinsmeisterschaft U20 nach Berlin aufzumachen.


Betreuer Hans Christian Stejskal


Robin Stellwagen


Hendrik Möller


Stefan Schnock


Janina Stejskal


Vadym Salenko


Philipp Müller

Durch den 2. Platz in der Jugendbundesligasaison 04/05 wurde dies ermöglicht. Gesetzt waren wir an Platz 5, allerdings nur auf Grund unserer „hohen“ ELO-Zahlen. Trotzdem gingen wir dementsprechend ermutigt in das Turnier und setzen uns das Ziel, im ersten Tabellendrittel zu landen.

Runde 1: Desaster Nr.1! Hamburger SK von 1830 e.V. 1 ½ - 4 ½ SV Sangerhausen

Wir bekamen den SV Sangerhausen zugelost und freuten uns, schon einen leichten Gegner abzumachen. Doch zu keinem Zeitpunkt des Wettkampfs waren die zwei Mannschaftspunkte auf den Brettern. Die Sangerhausener waren einfach besser, nur Philipp konnte Dustin Richter in der Zeitnot durch seine Erfahrung niederstrecken (Allerdings war die Stellung davor mehr als kritisch). Janina konnte sich in einer schlechteren Stellung ins Remis retten, weil ihr Gegner das Dauerschach der wohl besseren schwarzen Stellung vorzog. An 1-3 machten wir die klassische lange Rochade, obwohl Hendrik an 2 sogar eine Qualle mehr hatte, aber er konnte vermutlich die Schreckenserlebnisse von Robin und Stefan nicht verarbeiten. Vadyms Partie war auch schnell vorbei, Vorbote weiterer schlimmer Partien …
Auch der OSC Baden-Baden und der SV Glückauf Rüdersdorf kamen über ein 3-3 gegen verhältnismäßig „schwache Gegner“ nicht hinaus, was deutlich machte, dass kein Team einem anderen überlegen war.

Runde 2: Pflichtsieg Nr. 1! FSV Großenseebach 1 ½ - 4 ½ Hamburger SK von 1830 e.V.

Die Stimmung beim Mittagessen war im Keller, aber noch war ja nichts verloren. Motiviert gingen wir an die Bretter und Robin schlachtete Stefan Süß vom FSV Großenseebach in 22 Zügen ab, wodurch wir in Führung gingen. Die Erfahrung und Spielstärke setzten sich bei Hendrik, Stefan und Philipp nach einiger Zeit und wilden Stellungsschwankungen durch. Janina konnte ihren Angriff leider nicht zu Ende bringen und Vadym willigte ins Remis ein.
In dieser Runde konnten die Favoriten sich auch in den übrigen Wettkämpfen durchsetzen. Nur der HSK-Post SV Hannover musste ins 3-3 gegen die SG Bochum 31 einwilligen, wodurch von den ersten 5 Gesetzten nur noch der SV Medizin Erfurt ungeschlagen war. Dieser traf in der 3 Runde auf Sangerhausen, die ihre gute Form wiederum in einen Sieg umgewandelt hatten.

Runde 3: Desaster Nr. 2! Hamburger SK von 1830 e.V. 1 - 5 SK König Tegel

Jetzt sollten wir aber wieder ins Turnier zurückkommen!. Aber gegen den SK König Tegel war es noch grausamer als zuvor. Die Mittelachse brach komplett weg: Nachdem Stefan seine Dame opfern und Janina sich einer Lehrbuch-Massage hingeben musste, flog bei Vadym noch ein Bauer weg und damit gingen auch diese drei Brettpunkte an unsere Gegner. Philipp kam nicht über ein Remis hinaus, und auch Hendrik musste nach langem Kampf in ein Remis einwilligen. Robin griff dann zur voll kranken Brechstange und musste seinem Gegner die Hand reichen.
Der SV Medizin Erfurt zeigte den Sangerhausenern, wo sie hingehören, und hatte jetzt einen Mannschaftspunkt Vorsprung auf die Verfolger, den OSC Baden-Baden (gewann gegen HSK-Post SV Hannover) und SV Glückauf Rüdersdorf (gewann gegen die SG Bochum).


In der 6. Runde konnte Vadym nach 49...Txa4??
leicht gewinnen, wie?


Nach 38.g4?? brach Philipp in der 2. Runde Weiß
mit makelloser Technik das Genick.

Runde 4: Pflichtsieg Nr. 2! Hamburger SK von 1830 e.V. 4 - 2 SG Porz

Es war wieder Nachmittag, und da waren wir wohl immer ehrgeiziger als am Morgen. Die SG Porz wurde geschlagen, aber souverän war dies leider immer noch nicht. Robin konnte seinen Angriff am Damenflügel nicht zum Gewinn führen und übersah dann den entscheidenden Moment zum Kombinieren, sodass wiederum nach einem wahnwitzigen Opfer die Punkteteilung anstand. Hendrik überspielte seinen Gegner in der Eröffnung, verlor dann aber den Faden und konnte seinen Gegner dennoch matt setzen, weil dieser nicht die bessere Stellung haben wollte. Stefan hatte sich den c3-Italiener noch mal genauer angeguckt und griff mit …h6 zum soliden Aufbau und zeigte seinem Gegner, wer der bessere Spieler ist. Ein Remis war bei Janina immer drin und sollte es auch bleiben. Vadym spielte wiederum wie vom anderen Stern, sodass sein Punktverlust nicht überraschend war. Philipp siegte, weil der Gegner keine Ideen mehr hatte und war mit 3 ½ der bislang beste Spieler im Team.
Der Spitzenkampf OSC Baden-Baden gegen SV Medizin Erfurt spiegelte die Ausgeglichenheit der Top-Teams wider: 3 - 3. Alle anderen Favoriten siegten souverän, sodass in der 5 Runde die Vorentscheidung zum Meistertitel fallen sollte … Glückauf Rüdersdorf und Medizin Erfurt führten das Feld mit 7 Mannschaftspunkten an und mussten in der 5 Runde gegeneinander antreten.

Runde 5: Alles oder nichts …

Wir freuten uns, dass wir zum HSK-Post SV Hannover hochgelost wurden, denn jetzt konnten wir doch noch beweisen, dass wir gegen eine starke Mannschaft mithalten konnten. Hochmotiviert ging die Mannschaft an die Bretter, obwohl die Vorbereitung eher spärlich war. Hinten sollte gepunktet werden und vorne müssen wir eben halten war die Devise, wie eigentlich in jedem Wettkampf, nur dass es nie geklappt hatte … Sehr wichtig ist dieser Wettkampf auch noch aus einem anderen Grund, weil die Hannoveraner unser direkter Kontrahent in der JBL 05/06 sind und zur Zeit mit drei Brettpunkten Vorsprung vor uns den 1. Platz belegen. An den Brettern 1 und 3 waren wir in der Vorbereitung, doch Hendrik wurde vom Schotten überrascht. Alles aber kein Problem, weil Hendrik das mit Dirk Sebastian mal gemacht hatte. Janina bekam wie erwartet Philidor, aber Jasmin Laake tauschte sehr früh die Damen, was uns einen halben Punkt an diesem Brett in greifbare Nähe brachte. Bei Vadym stand nach 30 Zügen wieder die 1 für den Gegner und bei Philipp stand der Gegner besser, weil der Sizilianer wiederum nicht so sauber gespielt worden war. Robin machte großen Druck und auch Stefan kam in eine aussichtsreiche Stellung. Hendrik hingegen wurde auf Grund seiner inaktiven Figuren zur Aufgabe gezwungen. Zwei Punkte für den Gegner, aber Janina machte ebenfalls Druck und ihre Gegnerin musste eine Figur spucken. Philipp geriet in ein verlorenes Endspiel, das sein Gegner aber auf Grund mangelhafter Technik nicht zum Gewinn führen konnte: Remis.
Jetzt lag es an Robin und Stefan die Hannoveraner Klatsche aus der JBL-Saison (1-5) abzuwehren. Doch es sollte eben nicht sein. Robin übersah eine wunderbare taktische Chance, mehrere Figuren für das entscheidende Feld d5 zu opfern, und so verpuffte sein Angriff, sodass die Punkteteilung gegen Nikolas Nüsken nicht mehr zu vermeiden war.


Hier zog Robin 22.Df6, aber wie hätte er sich klaren
Vorteil sich sichern können?


Mit 29.Td5?? schoss Jasmin Laake einen Bock
- wie erlegte ihn Janina?

Stefan stand ebenfalls riesig, musste aber nach sehr langem Kampf dennoch aufgeben, weil Lukas Hoffmann sich zu gut verteidigte und mit seinen Figuren besser lavierte. Janina hatte immer noch ihre Figur mehr, verlor aber leider in der zweiten Zeitnotphase den Faden und stellte alles wieder zurück ein. Remis.
Es war nicht unsere Meisterschaft, obwohl das Endergebnis zu hoch für die Füchse aus Hannover ausgefallen ist: HSK-Post SV Hannover 4 ½ zu 1 ½ Hamburger SK von 1830 e.V.

Doch nicht nur bei uns gab es ein Feuerwerk auf dem Brett, Medizin Erfurt ging vollkommen gegen die starken Rüdersdorfer unter und der OSC Baden-Baden konnte mit einem 6-0! Sieg König Tegel auf die Plätze verweisen und seine eigenen Titelansprüche nachdrücklich in Erinnerung rufen. Glückauf Rüdersdorf führte mit einem Mannschaftspunkt vor dem OSC Baden-Baden, die beiden trafen sich zum Spitzenduell in der 6 Runde.

Runde 6: Pflichtsieg Nr. 3! SK König Plauen 2 - 4 Hamburger SK von 1830 e.V.

Und wieder war es Nachmittag und diesmal bekamen wir den SK König Plauen vorgesetzt. Wir gewannen verdient, weil bei diesem Mal auch die Achse 3-5 hielt. Drei Siege (Vadym!!!, Janina und Stefan) gaben der Mannschaft Rückhalt, und so rundete der souveräne Sieg von Robin diesen gelungenen Mannschaftskampf ab. Die Niederlage von Hendrik war sehr ärgerlich und Philipps war insofern verdient, als er den Sizilianer wieder falsch behandelte. Aber das war nicht so schlimm, denn wir konnten wieder ausgleichen und lagen mit 6-6 im Mittelfeld. Jetzt ein Sieg und wir könnten noch einigermaßen froh sein …
Im Titelkampf setzte sich der OSC Baden-Baden gegen Glückauf Rüdersdorf souverän mit 4-2 durch. Medizin Erfurt schlug HSK-Post SV Hannover, wonach die Plätze 1 und 2 eigentlich schon vergeben waren, aber man weiß ja nie.

Runde 7: Desaster Nr. 3 oder schlimmer geht es immer!

Es scheint alles nicht wahr zu sein, aber vormittags mussten wir immer passen … Der SF Köln-Mülheim sollte der Gegner heißen, und wir hatten mal wieder schlagbare Gegner. Was dann aber im Wettkampf passierte, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, aber versuchen kann man es ja: Robin machte sehr schnell mit Schwarz Remis und beendete sein Turnier mit 3,5/7 an Brett 1. Philipp bekam am 6. Brett wieder seinen Minoritätsangriff am Damenflügel und konnte diesen leider wiederum nicht mit einem Sieg abschließen, sodass nur noch das Remis als Konsequenz blieb. Hendrik hatte sich etwas verspielt und musste ums Remis kämpfen, bot an, aber der Gegner wollte das noch sehen. Stefan spielte solide und hatte nen Halben sicher, als er begann die a-Linie zu öffnen, um noch zum Angriff anzusetzen. Janina spielte wohl zum ersten Mal mit Zentrum, und es sah auch immer ganz gut aus. Vadym hingegen kam mit seinem Holländer nicht sehr weit und hatte nur noch unkoordinierbare Figuren, als er die Brechstange rausholte … Doch dann schlug an allen Brettern der Blitz ein! (Die Zeitnot ist echt was Tolles) Hendrik foppte seinen Gegner, und dieser verlor daraufhin die Dame.


39.Txe4?? und Hendrik knipste die Lichter aus!


Wie gewann Stefan in der 6. Runde?

Vadym sah sich gezwungen seinen König doch zu „opfern“ und gratulierte seinem Gegner zum Sieg. 2-2 Stefan hatte die a-Linie geöffnet, sah es aber wohl als besser an, sie dem Gegner zu überlassen, der auch bald schon die d-Linie beherrschte. Dann flog im 40. Zug auch noch ein Springer ein und Stefan musste die Waffen strecken. Es lag also an Janina den Wettkampf zu retten, wozu ein Sieg notwendig war. Janina hatte viel Druck gemacht, verlor aber offenbar in der zweiten Zeitnot den Faden. Ihr Gegner gewann eine Figur, Janina gewann sie mit einem Turmschach zurück. Dann hatten beide Spieler nur noch etwa eine Minute auf der Uhr für den Rest der Partie. Janina hätte in ein Turmendspiel mit mindestens einem Mehrbauern kommen können, zog jedoch das Remisangebot des Gegners vor, wonach die Pleite der Mannschaft perfekt war: Hamburger SK von 1830 e.V. 2 ½ - 3 ½ SF Köln-Mülheim.
Der 11. Platz sollte es letztendlich sein!

Und wer wurde Meister? Der OSC Baden-Baden gewann sehr souverän mit einem 4-2 Sieg über den Abonnementsmeister SG Bochum den Titel. Der Vizemeister kommt aus Erfurt. Dies waren auch die beiden überzeugendsten Teams über das gesamte Turnier gesehen. Glückauf Rüdersdorf und HSK-Post SV Hannover trennten sich 3-3, wodurch die Rüdersdorfer sich über den 3. Tabellenplatz freuen konnten.

Als Fazit kann man wohl sagen, dass wir uns an die schöne Schneelandschaft in Berlin zurückerinnern sollten und nicht an die Schreckenserlebnisse auf den Brettern. Unser Weißaufschlag muss noch intensiviert werden, und dann greifen wir vielleicht nächstes Jahr noch einmal an. Denn dann kommen noch die Spitzenspieler der aktuellen U16 Mannschaft ins Team.

Robin Stellwagen
Fotos: HSK

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Text 4

Die Nummer 3, die Nummer 3, die Nummer 3
in Deutschland sind wir!!!

- Bronze für das HSK U16 Team bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin

Nach den besinnlichen Tagen der Weihnachtszeit und vor der ganz großen Party am Silvesterabend heißt es für die talentiertesten Jugendlichen des Landes immer noch einmal: Volle Konzentration und Gas geben. Die Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften in allen Altersklassen finden zwischen den Jahren statt und so darf immer auch unsere Jugendabteilung noch mal Figuren schieben. Mit dem Titel des Norddeutschen Meisters (errungen in Magdeburg, im September) im Rücken, fand sich am 26.12. das U16 Team um Frank und Arne Bracker, Florian Held, Malte Colpe und Leo Meise am Hauptbahnhof ein, um gemeinsam mit dem ebenfalls qualifizierten SKJE und unserer eigenen U20 Mannschaft nach Berlin zu fahren. Das Klubturnier war für unsere Jungs gut bis sensationell gelaufen und so hatten wir uns mutig vorgenommen, mindestens eine Medaille zu holen und nach den Sternen zu greifen. Eine extra Motivationsspritze brachte noch der Überraschungsbesuch von Jan Gustafsson am Bahnhof, der seinem Schützling „Junior“ Malte Colpe viel Erfolg wünschte und mit der neuesten Software versorgte, bevor er wieder zu einem Pokerturnier entschwand.
Die sehr zentral gelegene Berliner Jugendherberge beherbergte uns vorzüglich und da sogar unser Spielort im Hause war, blieben uns wirklich kaum Ausreden für einen eventuellen Misserfolg. In Berlin stieß auch unser Co-Trainer Björn Bente zu uns, der bereits beim Klubturnier mit den Jungs Freundschaft geschlossen hatte und somit sowohl schachlich als auch menschlich eine große Bereicherung für unser Team war. Die Setzliste führte uns auf Rang 4, einen Platz hinter unseren Freunden von SKJE, was uns ja nun doch etwas wurmte, andererseits zeigte, das wir mit unseren Medaillenträumen nicht allzu weit von der Realität entfernt waren. Topfavoriten waren die an Position 1 gesetzten Bayern aus Großenseebach, die ebenfalls mit zwei Teams und einigen Familien angereist waren, insgesamt sollen 26 Bayern vor Ort gewesen sein, ich kenne Großenseebach nicht, aber wer passte zu Hause auf das Hab und Gut auf?
Nach unserer Einschätzung waren aber die knapp dahinter gesetzten Dresdener noch stärker zu beachten. Die Schüler des Sportgymnasiums Dresden haben Schach als Unterrichtsfach in der Schule und ihr Trainer David Lobshanidze hatte Robin und mir bei unserem gemeinsamen Trainerlehrgang sehr interessante Einblicke in dieses Projekt gegeben. Immerhin spielte WM Teilnehmerin Elena Winkelmann an Brett 3, da mussten wir uns schon was einfallen lassen.

Zuerst standen aber die Pflichtaufgaben gegen schwächere Teams auf dem Programm. Der erste Tag wurde souverän mit 3,5-0,5 und 3-1 gegen Mainz und Tamm bewältigt, nur Frank ärgerte sich, dass er in besserer Stellung einzügig eine Figur einstellte, sonst wäre sogar noch mehr drin gewesen.
Und dann ging es auch schon los, das große Lokalderby gegen SKJE, immer wieder eine nervenaufreibende Begegnung, die aber immer von großer Fairness geprägt ist. Die Spieler mögen sich ebenso wie die Betreuer und man bekämpft sich immer bis aufs Letzte am Brett und geht danach gemeinsam zum Essen. Wir hatten beschlossen, Malte aussetzen zu lassen, der ab sofort die Motivation übernahm und mit abgewandelten HSV Fangesängen immer wieder für den notwendigen Kick sorgte: „Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 im Norden sind wir!!!!“ In Magdeburg hatten wir noch knapp gewonnen, aber diesmal deutete sich doch wieder das Standardergebnis an: Ein hart erkämpftes 2-2. Florian hatte gegen Wesal Moshtael wohl nie ganz ausgleichen können und sah sich zu einem Verzweiflungsopfer gezwungen. Frank hatte gegen Supertalent Niclas Huschenbeth wieder einmal relativ wenig Probleme, eine schöne Stellung zu erreichen, der Kerl liegt ihm einfach. Doch dann verlor Frank ein wenig den Faden und wurde von Niclas sehenswert überspielt.
0-2 und zwei vorteilhafte Stellungen, die aber auch erst mal gewonnen werden mussten. Doch Arne und Leo lösten ihre Aufgaben souverän und so war das Unentschieden perfekt, das uns beiden weiterhalf, warteten nun doch die großen Teams auf die geballte Hamburg-Power. Auch die Frage nach der Nummer 1 im Norden war somit vertagt und begleitete uns den Rest des Turniers. Dresden hatte, wie erwartet, das Duell gegen Großenseebach souverän mit 3-1 bestanden und schien einsam davon zu ziehen.

In der 4. Runde bekamen wir jedoch erst mal die Bayern zugelost, eine reizvolle Aufgabe, aber auch nicht gerade einfach, nur eine Stunde nach dem SKJE Duell.
Nach zwei Stunden kamen Björn und mir die ersten Zweifel, ob es hier viel zu erben geben würde. Frank hatte gegen den starken David Schneider eine schlechte Stellung zu verteidigen, Florian hatte zwar sein vorbereitetes Figurenopfer auf dem Brett, aber leider auch einen bestens aufgelegten Gegner, der sich sehr genau verteidigte und immer wieder den Kopf aus der Schlinge zog. Malte musste sich ebenfalls komisch hinstellen und Leo hatte ein sehr interessantes Bauernopfer am Brett entdeckt, allerdings ging auch hier so langsam die Kompensation flöten. Doch während Florian und Leo ihren Gegnern gratulieren mussten, zeigte Malte mal wieder, was er für ein brandgefährlicher Konterspieler ist. Plötzlich öffnete sich die Stellung, alle Figuren spielten zusammen und es musste nur noch der Sack zugemacht werden, nur noch ... In beiderseitiger Zeitnot begann Malte plötzlich, für die Galerie zu spielen, übersah einen Abzug und ein folgendes Dauerschach. Dieses hatte allerdings auch sein Gegner nicht auf der Rechnung, so dass Malte wenig später die selbe Stellung auf dem Brett hatte, nur mit einem Turm weniger. Dass diese Stellung immer noch gewonnen war, zeigte, wie gut sie vorher gewesen sein muss:

Linsenmeyer,Mario (1930) - Colpe,Malte (1937)
DVM U16 2005 Berlin (4.3), 28.12.2005
[A.A.]

39...Tad8??

"ich hab mich selbst verarscht!" gestand Malte nach der Partie. Er hatte fast alle Springerabzüge berechnet und dabei leider einen übersehen. 40.Sd7+! nun kann die Dame leider nicht wie geplant geschlagen werden. 40...Kg8 41.Sf6+ Kf8 42.Dxd8+?? Natürlich war Mario glücklich, einen ganzen Turm gewinnen zu können, aber weder er noch Malte hatten gesehen, was Niclas Huschenbeth blitzschnell gerechnet hatte, Dauerschach! [42.Sh7+! Txh7 43.Dxd8+ Kg7 44.Df6+ und wir hätten das Match verloren.] 42...Kg7 43.Dd4 nun haben wir fast die selbe Stellung, die wir auch schon mit einem Turm auf a8 hatten. Jetzt bitte nur nicht Td8 (kleiner Scherz) 43...Dxh2+ Jetzt zeigt Malte, dass er doch sauber punkten kann. 44.Kxf1 Dh1+ 45.Kf2 Th2+ 46.Kg3 Tg2+ 47.Kf4 Dh2+ 48.Ke3 Dg3+ 49.Lf3 Dxg5+ 50.Df4 Dxf4+ 51.Kxf4 Txb2 52.Se8+ Kf8 53.Sxc7 b6 54.a4 Lc2 55.Sb5 Ta2 56.Ke5 Txa4 57.Ld5 Ta5 58.c4 Ke7 59.Sd4 La4 60.Sf5+ Kd7 61.Kf6 Tc5 62.Lxf7 Lb3 63.Le6+ Kc7 64.Se3 b5 65.cxb5 Lxe6 66.Kxe6 Txb5 67.Sd5+ Kc6 68.Sc3 Tb3 69.Se4 a5 70.Ke5 a4 71.Kd4 Tb4+ 72.Kd3 Txe4 0-1


Malte Colpe

Ebenfalls in der Zeitnot entschied sich auch das Duell an Brett 1. David Schneider opferte etwas voreilig einen Bauern für einen Mattangriff, doch Frank behielt die Nerven, verteidigte sich sehr genau und als der Rauch verzogen war, blieb David nur noch die Aufgabe. Puh, das war gerade noch mal gut gegangen, zweimal 2-2 nach 0-2 Rückstand und zumindest in der letzten Runde war das Glück wirklich auf unserer Seite.
Aber noch war bei dieser Meisterschaft alles drin, wir hatten zwar zwei Punkte Rückstand auf die souverän führenden Dresdener, aber es war klar, dass der folgende Tag das Hamburger Doppel für die Elbstädter werden sollte. Erst mal durften wir uns messen und weich klopfen, danach sollten die Eppendorfer ordentlich nachwaschen, dann hätten wir gute Chancen auf den Hamburger Doppeltitel.

Am nächsten Morgen galt es, wir hatten beschlossen, Florian Held aussetzen zu lassen und Malte gegen den gleichaltrigen Deutschen U12 Meister Felix Graf antreten zu lassen. Zwar war diese Begegnung die einzige, in der wir nie die Füße auf den Boden bekamen, aber an den anderen Brettern waren wir verhalten optimistisch. Frank war gegen Nationalspielerin Evgenija Shimirina ohne Probleme aus der Eröffnung gekommen, Arne hatte den Harakiriangriff von Elena Winkelmann kühl abgeblockt und spielte bald selbst auf Gewinn und auch Leo hatte wenig Probleme. Nach Maltes Aufgabe und einem sich immer mehr abzeichnenden Punkt bei Arne bekam Leo ein Remisangebot, das uns schon beinahe das 2-2 sicherte, da Frank seine Stellung nicht verlieren würde. Aber wir beschlossen, uns nicht ohne Kampf in das Unentschieden zu fügen und Leo versuchte, zu kämpfen, nur so konnten wir aus eigener Kraft Meister werden. Im Nachhinein ist man immer schlauer, Arne verwandelte sicher zum Ausgleich und Frank spielte eine super Partie. Leo ließ sich leider überlisten und landete in einem nicht mehr haltbaren Endspiel. So hatten wir auch ein 2-2, aber mit dem möglichen halben Punkt an 4. Dieser Punkt geht auf das Konto der Trainer, aber wir haben es immerhin versucht.

Nun hatten wir alle vermeintlich starken Mannschaften hinter uns und mussten hoffen, aber vor allem erst mal wieder unsere Hausaufgaben machen. Beim Mittagessen merkte ich an, dass wir auch ruhig mal wieder in Führung gehen könnten, das war uns jetzt schon seit 3 Runden nicht mehr gelungen. Gesagt getan, gegen unseren Verfolger aus Brackel (in der Setzliste auch nur einen Platz hinter uns) zeigte Frank, dass er nicht nur mit Schwarz starke Leute niederringen kann, sondern brachte, mit einer Analyse von GM Zigurds Lanka, Leonid Zeldin in nur 15 Zügen zur Strecke. Doch wer dachte, nun würde Sicherheit einkehren, sah sich getäuscht. Alle drei Bretter standen nach drei Stunden schlecht bis breit. Doch wieder einmal zeigten die Jungs Kämpferqualitäten. Malte beschummelte seinen Gegner auf sehenswerte Weise und Florian verbiss sich so sehr in seine Stellung, dass sein Gegner ihm am Ende den halben Punkt überlassen musste. Zur gleichen Zeit hatte SKJE den Matchpoint auf dem Brett. Niclas Huschenbeth übersah auf halbem Gewinnweg einen Zwischenzug, der einen ganzen Turm kostete, zuviel gegen Shmimirina und zuviel gegen Dresden, die dann doch noch glücklich die Oberhand behalten konnten.

Für die letzte Runde bescherte uns das Los die SG Nordhorn-Blanke, die wir schon in Magdeburg mit 4-0 abgeschossen hatten, und die nun natürlich auf Revanche hofften. Für uns ging es um die Medaille - und zwar eventuell sogar um Silber, dazu musste ein erneuter 4-0 Sieg her und dazu mindestens 1,5 Brettpunkte von SKJE gegen Großenseebach, die sich mittlerweile wieder nach oben gespielt hatten. Es stand also Edelmetall, die Nummer 1 im Norden und dazu noch der Vergleich mit unserem U20 Team auf dem Spiel. Nach 6 Runden hatten wir lediglich 2 Brettpunkte weniger geholt als die „Großen“, und das aus nur 24 Partien (gegen 36 bei der U20).
In unserem Match kam nie wirklich Spannung auf, Frank war erneut nicht zu stoppen, brauchte diesmal immerhin 20 Züge zum Sieg und hätte sicher gerne noch drei Runden mehr gespielt. Malte und Arne lösten ihre Aufgaben auch souverän und Leo zeigte am Ende auch noch etwas für die Zuschauer:

Sanning,Nico (1609) - Meise,Leo (1862)
DVM U16 2005 Berlin (7.4), 30.12.2005
[A.A.]

Okay, alle weißen Bauern stehen auf der richtigen Farbe, aber dennoch ist es hübsch anzusehen. Leo fragte in dieser Stellung, ob er auf Gewinn spielen sollte und bekam von uns die Order: "Feuer frei!" 44...Lxb4! entscheidet die Partie sofort. 45.cxb4 Kxb4 46.Lb6 c3 47.Kd5 c2 48.Le3 Kc3 49.Kd6 Kd3 50.Lc1 e3 51.Ke7 e2 52.Kxf7 e1D 53.Kxg6 Dxc1 54.Kxf5 Da3 55.e6 c1D 0-1


Leo Meise

Leider verlor SKJE um einen halben Brettpunkt zu hoch, so dass wir uns doch mit Bronze zufrieden geben mussten, aber auch das ist ein toller Erfolg. Wir haben sowohl auf norddeutscher, als auch auf deutscher Ebene kein Match verloren, die Dresdener, die völlig verdient Meister wurden, gehörig ins Schwitzen gebracht und konnten auf der Siegerehrung noch einen weiteren Preis in Empfang nehmen: Frank erhielt für seine sensationellen 5/7 an 1 den Brettpreis.
Es bleibt mir noch das Berliner Organisationsteam lobend zu erwähnen, die mit einer täglichen Zeitung, einer perfekten Homepage (www.dvm2005.de ), und einer schnellen Partienerfassung für ein perfektes Ambiente sorgten, vielen Dank an Oliver Hänsgen und sein Team!!!!
Ich selbst möchte mich auch noch ganz besonders bei HaChri Stejskal und meinem Co-Trainer Björn Bente bedanken, es war mal wieder super mit Euch, ist ja doch immer viel netter im Team!
Im nächsten Jahr müssen Frank, Florian und Arne ersetzt werden, aber mit Maltes Freunden Harout, Beini und Milana stehen die Nächsten ja schon in den Startlöchern und werden sicher auch wieder sehr erfolgreich sein.

Andi Albers

 


Frank Bracker


Arne Bracker


Florian Held

Fotos: Andreas Albers

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Text 5

DVM U20 in Bad Godesberg:

NRW deklassiert Restdeutschland

"Immerhin sind wir noch beste nicht NRW-Mannschaft geworden...": So versuchte der Hamburger Teamchef GM Karsten Müller immer wieder, seine Mannschaft zu trösten. So recht wollte ihm das nicht gelingen, zu abgestumpft waren die Gemüter nach vier Tagen DVM schon und zu lange, genaugenommen schon seit der zweiten Runde, musste man sich schon mit dem Gedanken abfinden, dass es auch in diesem Jahr mal wieder nicht klappen sollte.

Dabei standen die Vorzeichen für den Klub so gut wie schon lange nicht mehr: Mit IM Jan Gustafsson konnten wir den stärksten Spieler des Turniers aufbieten, der sich auch in seinem letzten Jugendjahr zur Teilnahme überreden ließ - und dafür auf eine Einladung nach Groningen verzichtete. Auch an Brett 2 waren wir mit Dirk Sebastian gegen jeden Gegner Favorit und auch Steve Berger am dritten Brett hielten wir für sehr durchsetzungsfähig - im Dezember konnte er zum zweiten Mal in Folge Klubmeister werden. Auch um unsere Youngsters an den Brettern vier bis sechs machten wir uns keine Sorgen: Hannes Langrock und Leonie Helm hätten sogar noch die DVM U16 spielen können - das U16-Team des Klubs wurde allerdings auch ohne sie Deutscher Meister (!) - und auch Malin Klawonn zeigt seit Jahren kontinuierlich gute Leistungen, zuletzt in der Damen-Bundesliga.

Somit fuhren wir also guter Dinge nach einer "haarigen" und sehr glücklichen Qualifikation in der Jugendbundesliga (ein Zeichen für die Stärke dieser nördlichsten Jugendliga, die es noch unverständlicher macht, dass nur ein Qualifikationsplatz für die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen zu Verfügung steht) nach Bonn.

Von der Landesjugendakademie in Bonn-Röttgen hatten wir in der Ausschreibung den Einruck eines eher gestrengen Hauses bekommen - dort angekommen waren wir positiv überrascht über den Komfort und die Möglichkeiten des Hauses. Der ausrichtende Verein Godesberger Schachklub hat mit diesem Haus einen wirklich idealen Partner für die Ausrichtung einer solchen Meisterschaft gefunden: Spieler und Betreuer waren in 2er Zimmern untergebracht, gespielt wurde in einem sehr geräumigen und lichtdurchfluteten Saal, für die sportliche Betätigung waren Tischtennisträume eingerichtet worden und ein gemütliches, mit Sitzecken ausgestattetes Foyer machte eine angenehme Abendgestaltung möglich: Für diejenigen Mannschaften, die sich des Abends aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr so intensiv auf die nächste Runde vorbereiteten, und auch wir Hamburger gehörten zumindest in der Mehrzahl dazu, avancierte das Foyer der Akademie zum Treff- und Spielort. Aber natürlich wurden die Schachbretter zur Seite geräumt und anderer Spiele ausprobiert!

Absoluter Renner war neben dem Klassiker Tabu das Zettelspiel, bei dem jeder Spieler von seinem Nachbarn einen Zettel auf die Stirn geklebt bekommt, den er mit dem Namen eines Prominenten oder ähnlichem beschrieben hat, von dem er meint, dass er zu der betreffenden Person passen würde. Dann müssen die Spieler durch Ja/Nein-Fragen herausfinden, wer sie denn nun sind. Dabei zeichneten sich vor allen Dingen unsere Freunde aus Rosenheim aus:

Jochen Maurer, Robert Bischof und Markus Meingast fielen besonders durch die eindeutige Richtung ihrer Fragen auf: So wollte Robert alias Sasha und später alias Roque Santa Cruz zuallererst immer wissen, ob er denn sexbesessen sei - und diese Feststellung wurde dann bei jeder neuen Runde wiederholt... Und auch Jochen Maurer als Dolly Buster, Jan Gustafsson als Peter Enders und Leonie Helm als Blümchen machten sich sehr gut!

Das Rahmenprogramm bot u.a. einen Stadtrundgang, zu dem der Ausrichter auf der Betreuersitzung kurzerhand zwei Spieler oder Betreuer pro Mannschaft verpflichtet hatte. Wie kamen die beiden gerne langschlafenden Hamburger Betreuerinnen dennoch um diese Pflichtveranstaltung herum!? Den Hauptstädtern sei’s gedankt: Die Berliner von Rotation nahmen mit vorbildlichen vier oder fünf Personen an der Führung teil - aus touristischer Neugier oder um ihren kleinen Vorgänger mal kennen zu lernen.

Außerdem bot der Ausrichter ein Blitzturnier an, das - leider im Gegensatz zur Meisterschaft - die Hamburger dominierten: Jan Gustafsson mit 9 aus 9 und Steve Berger mit 8 aus 9. Mehr ist dazu nicht zu sagen - wäre da nicht noch die Sache mit dem Buchpreis... Jan Gustafsson hatte sich eine Monographie über irgendeine abgefahrene Eröffnungsvariante gewählt und stellte später beim Blättern fest, dass das Spitzenbrett von Godesberg und Sohn des Ausrichters, Dennis Breder, darin sein Autogramm hinterlassen hat. Darauf war Gusti so stolz und Steve Berger so neidisch, dass sich Steve zu nächtlicher Stunde ebenfalls ein Autogramm in seinen gewonnenen Informator geben ließ und diese außerordentliche Szene konnte sogar festgehalten werden.

Doch nun zum Verlauf der Meisterschaft:

Schon bei der Eröffnungsrede äußerte der Vorsitzende des Godesberger Schachklubs seine Freude darüber, dass aufgrund der direkten Qualifikation seines Vereins der Ausrichterfreiplatz an eine weitere NRW-Mannschaft, Porz, vergeben werden konnte, und auch die Bochumer wieder dabei wären - dass diese dann auch,... aber das steht ja schon im Titel. Mit folgender Bemerkung über die großen Verdienste des Bochumer Betreuers sorgte er für eines der ersten Highlights der Meisterschaft: "...Es sind schon viele Jugendliche durch Ihre Hände gegangen..."

Die erste Runde brachte keine besonderen Überraschungen, aber schon in der zweiten Runde gelang es den Godesbergern, unseren Hoffnungen einen gehörigen Dämpfer zu versetzen: Nachdem Dennis Breder Gusti in der Eröffnung durch eine Neuerung überrascht hatte und schließlich in ein Dauerschach abwickelte, und es an den Brettern von Steve und Leonie schlecht aussah, setzten wir unsere Hoffnungen auf Hannes, Dirk und Malin. Hannes konnte auch sehr sehenswert gegen Elena Kouznetsova gewinnen, Leonie verlor aber und die Partien von Malin und Dirk gingen Unentschieden aus. Gedrückte Stimmung natürlich auf Hamburger Seite, große Freude bei den Bad Godesbergern - ein umkämpfter Wettkampf mit einem unglücklichen Ausgang für uns. Noch unglücklicher war allerdings unsere Niederlage in der vierten Runde gegen den ewigen Hauptgegner auf den DVM’s, Bochum (in der dritten Runde zitterten wir uns gegen Pang-Rosenheim zum Sieg). Der Wettkampfverlauf hätte klarer nicht sein können und die Hamburger Betreuer rechneten sich schon die Konstellationen für die fünfte Runde aus, als das unglaubliche passierte: An den Brettern 1 bis 3 hatte es Remisen gegeben - die Verantwortung wurde auf die letzten Bretter abgeschoben... Eigentlich auch nicht zu Unrecht: Hannes Langrock, der ein ausgezeichnetes Turnier spielte, gewann sehenswert. Leonie verlor zwar, aber Malin stand total auf Gewinn gegen den Jüngsten im Bochumer Team, Ilja Zaragatzki. In Zeitnot jedoch stellte sie Stellung und entscheidendes Material ein und verlor - ausgeträumt.

Parallel hatten sich im NRW-Spitzenduell Porz und Godesberg 3:3 getrennt, so dass in der letzten Runde das Finale zwischen Bochum und Bad Godesberg auf dem Spielplan stand. Dieses gewannen die Godesberger Dank Siege von Tommy Keller und Elena Kouznetsova und einer großen Zeitnotschlacht glücklich mit 4:2. Herzlichen Glückwunsch also nach Bad Godesberg, das sich als Underdog gegen die beiden großen, Bochum und HSK, durchsetzte und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu überzeugen wusste.

Bei der Siegerehrung verzichtete Herr Dr. Braun auf seine Rede, damit Gusti sich im Namen der Teilnehmer bei Herrn (mit Millennium Sekt) und Frau Breder (mit Blumen) bedanken konnte und auch an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an die Ausrichter, die ein schönes Turnier auf die Beine stellten und eine angenehme Atmosphäre schufen. Neben Gustis filmreifen Auftritt gab es ein weiteres Novum auf der Siegerehrung: Dennis Breder stimmte auf dem Klavier die Nationalhymne zum Ende der Siegerehrung - allerdings ohne uns, da wir unsere Bahn bekommen mussten. Trotzdem erhielten wir (dankenswerterweise) am Ausgang der DLA die Urkunden und die Brettpreise.

Eva Maria Zickelbein

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Text 6

Der Hahn und seine Kycken

Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft U16 ´99 wurde in Dörnfeld ausgetragen (siehe Atlas). Unser Team bestand aus DM Felix Ketelaar, DM Hans Christian, DM Oliver Frackowiak, DM Helge Colpe, DM Martin Krause und natürlich DM-Coach Christopher Kyeck. Da wir an 3 gesetzt waren und ohne unser Spitzenbrett antreten mußten, waren unsere Erwartungen auf den Titel relativ gering. Mit Enger-Spenge hatten wir in der ersten Runde eine lösbare Aufgabe, die wir knapp, aber souverän mit 2 ½ - 1 ½ meisterten (DM Felix und DM HaChri gewannen, DM Olli spielte Remis, DM Martin verlor) ... In der zweiten Runde spielten wir gegen die Schachfreunde Schöneck, die uns bis dahin eher unbekannt waren. Wie sich später herausstellen sollte, war dies bereits das Duell um den Titel. DM Felix und DM Olli zerlegten die Caro-Cann´s ihrer Gegner recht locker, so dass wir schnell 2 - 0 führten. DM HaChri sicherte uns per Antischach nach 1...Sf6 2...e6 3...g6?!? den entscheidenden halben Punkt. DM Helge verlor leider. Unsere vermeintlichen Konkurrenten König Tegel und Leipzig-Gohlis hatten zu diesem Zeitpunkt schon jeweils einen Punkt abgegeben.
Nach einer relativ kurzen Nacht kam das Nordderby HSK gegen den Stader SV. Nach drei Stunden stand es 1 ½ - 1 ½ - nach einem Sieg von DM Helge, einem Remis von DM Felix und einer Niederlage von DM HaChri. DM Olli mußte also seine remise Stellung gegen Jan Willem Abraham auf Gewinn spielen, um uns den Sieg zu sichern. In einem Krimi der Extraklasse erreichte er schließlich ein Bauernendspiel mit einem Mehrbauern, welches er in hochgradiger Zeitnot gewann. Damit hatten wir 6:0 Mannschaftspunkte und waren alleiniger Tabellenführer. Nach einem sehr bescheidenen Mittagessen spielten wir am Nachmittag gegen den Favoriten SK König Tegel, die Vizemeister des Vorjahres. Nach einer Stunde sah es an allen Brettern recht ausgeglichen aus, bis auf Brett 2, wo DM HaChri ein ziemlich seltsames Kraut spielte und uns so unter Druck setzte. DM Olli fuhr seine notorisch remise Stellung gegen Fabian Jahns sicher nach Hause, während es an den anderen Brettern zur Sache ging. DM Felix stellte einen Bauern ein, bekam jedoch genug Gegenspiel, um das Remis zu sichern. DM HaChri fand auf Matthias Thieles Zug Tc7+ nur den Zug Sxc7, wonach er auf einmal einen ganzen Turm mehr hatte. So stand es irgendwann 2 - 1 für uns. DM Martin stand eigentlich ziemlich auf dem Acker, denn er hatte zwei Bauern weniger. Sein Gegner wurde aber in Zeitnot ziemlich nervös, so dass er, als ihm DM Martin einige Schwierigkeiten bereitete, schließlich Remis akzeptierte. Damit hatten wir "ein bisschen" glücklich den an Platz 1 gesetzten Favoriten besiegt und in der Tabelle zwei Punkte Vorsprung.
Hochmotiviert, die Ehre des HSK zu retten (U 20), gingen wir nach einer wiederum kurzen Nacht in die vorentscheidenden Runde gegen den Dresdener SC. DM Felix kam sehr schlecht aus der Eröffnung heraus und schien zu verlieren. DM HaChri stand zunächst ausgeglichen, stellte dann jedoch Qualle und Bauern ein. DM Olli stand gut, aber nicht auf Gewinn, und DM Helge hatte in ein remis-verdächtiges Endspiel abgewickelt. Doch wieder war das Glück auf unserer Seite. DM Olli verlor zwar, nachdem wir ihm verboten hatten, Remis anzunehmen, DM HaChri (bzw. sein Gegner) schaffte es jedoch irgendwie in ein remises Bauernendspiel abzuwickeln. DM Felix´ Gegner hatte mehrere gute Möglichkeiten ausgelassen und fand sich in einem verlorenem (?) Endspiel wieder. DM Helge erreichte ein Endspiel Dame+Bauer gegen Dame. Es gelang uns schließlich, beide Partien zu gewinnen, so dass wir auf alle Konkurrenten zwei Runden vor Schluß vier Punkte Vorsprung hatten. Alle? Nein, nicht alle, denn unser Zweitrundengegner Schöneck hatte sich unten durchgemogelt und war jetzt mit 8 - 2 Punkten unser härtester Verfolger. Die sechste Runde spielten wir gegen Leipzig-Gohlis, während Schöneck mit SF Birkenfeld wieder einen eher schwächeren Gegner bekam (um es mal freundlich auszudrücken). DM HaChri und DM Martin spielten sicher Remis. DM Olli mußte wieder Remis ablehnen, und DM Felix gewann, so dass wir 2 - 2 spielten. Obwohl Schöneck erwartungsgemäß gewonnen hatte, lud uns DM-Coach Kyeck zur Feier der Meisterschaft ein, die allererst am folgenden Tag abgesaved werden sollte: zu einem feudalen Essen in den Lindenhof, das erste Haus am Ort. Nochmals herzlichen Dank an unseren DM-Coach. Die siebte Runde begann unter folgenden Bedingungen: Wir spielten mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung, aber schlechtestmöglichen Brettpunkten gegen TuS Geretsried, und Schöneck bekam mit König Tegel endlich einen starken Gegner. Bei uns lief es ziemlich schnell auf
ein 2 - 2 hinaus (DM Olli gewann, DM HaChri und DM Helge spielten Remis, DM Felix verlor). Der Kampf Schöneck gegen SK König Tegel stand lange unklar, gegen Schluß aber setzte sich der Favorit Tegel mit 2 ½ - 1 ½ durch UND WIR WAREN DEUTSCHER MEISTER!!

Soviel zum Schachlichen. Aber auch ansonsten gibt es viel Lustiges zu erzählen, wir verwenden dazu das klassische Stilmittel der Hamburger Meisterschaften:

Übrigens ...

... hatten wir den besten Coach, den man sich wünschen kann.

Das DM-Team

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Text 7

Der HSK wird in der U16 Deutscher Meister!

Das erfolgreiche Team: Felix Ketelaar, Oliver Frackowiak, Hans Christian Stejskal, Helge Colpe und Martin Krause (v. l.)

Foto: HSK

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Text 8

Deutsche Vereinsmeisterschaften U20 1998 in Erfurt

Vom 26. - 30. Dezember 1998 wurde Erfurt zum "Mekka" der jugendlichen Schachszene. Diese Übertreibung ist im Hinblick auf das ständige Pendeln zwischen Spielort, Jugendherberge und Mittagessen sicher nicht unangebracht. Die räumliche Trennung von Spielen (in der Thüringenhalle), Schlafen, Frühstücken und Abendbrotessen (in der Jugendherberge) sowie Mittagessen (im Thüringer Landtag) machte das ganze Unterfangen zu einer kleinen "Pilgertour" powered by Erfurter Straßenbahn. Doch um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, möchte ich den Kritikpegel zunächst etwas herabsenken und noch einmal von vorne anfangen:

Sa., 26.12.98

Morgens, um kurz vor acht traf sich die Mannschaft samt Betreuer am Hamburger Hbf. ganz unverhofft zusammen mit den Königsspringern. Kurz zuvor hatte sich die HSK-U15-Mannschaft in Richtung Niederbayern (Wurmannsquick) verabschiedet. Die Anreise verlief wie geplant, so daß wir (Karsten Müller, Jan Gustafsson, Dirk Sebastian, Steve Berger, Moritz Wiethaup, Leonie Helm, Malin Klawonn und ich) gegen Mittag bei unserer Jugendherberge eintrafen. Am frühen Nachmittag wurde die Deutsche Meisterschaft U20 und parallel dazu die U20w nach der Begrüßung eröffnet. Gesetzt war der HSK auf Platz 3 (hinter Erfurt und Bochum). In der ersten Runde waren unsere Gegner die Sfr. Mainz 1928, eine Mannschaft, die im letzten Jahr nach der Silbermedaille greifen konnte. Wir waren also vorgewarnt; dennoch reichte es - und das war wohl der erste Schock uns - nur zu einem 3:3, das folgendermaßen zustande kam: An Brett 1 konnte Gusti seinen Gegner erfolgreich löschen, Dirk verlor am 2. Brett gegen einen starken Elmar Karst, der für seine 4 ½ Brettpunkte später mit einem Brettpreis belohnt werden sollte, Steve verlor ebenfalls eine hochkomplizierte Partie, Moritz konnte seinen Gegner im Endspiel überzeugen, Malin verlor, weil sie in Zeitnot in ein schlechteres Endspiel abwickelte, und ich konnte punkten.

Unzufrieden begab sich die Mannschaft gen Jugendherberge und wohl noch unzufriedener wurde dann das etwas "karge" Abendbrot in der Jugendherberge eingenommen. An den folgenden Tagen einigten wir uns mannschaftsintern des öfteren, lieber einen Abstecher zum nächsten Italiener zu machen (Restaurants mit Namen wie etwa "Zum Schnitzelheinz" wurden - möglicherweise zu unrecht - angesichts des rustikalen Angebots gemieden).

So., 27.12.98

Der Sonntag fing im Prinzip da an, wo der Samstag aufgehört hatte: Beim Frühstück, das sich im wesentlichsten (mit Ausnahme der Uhrzeit) von der mündlichen (und wohl nötigen) Nachfrage nach Kaffee vom Abendbrot unterschied. Die zweite Runde begann erst nach dem Mittagessen, das im Thüringer Landtag stattfand. Die Damen hatten beim Essen allerdings schon die zweite Runde hinter sich. Da die U20w für 7 Runden ausgelegt war (die U20m für 5) verlief die Meisterschaft für die Schachspielerinnen vermutlich doch etwas stressig. Für das nächste Jahr kommt deshalb in Betracht, die U20w ebenfalls 5-rundig auszutragen. In Runde Nr. 2 trafen wir auf die SG Porz. Diesmal gelang es, den Kampf zu unseren Gunsten zu entscheiden. Dazu trugen hauptsächlich Gusti (1), Dirk (1), Steve (½) und Leonie (1) bei: Gusti gewann in gewohnter Manier, Dirks Gegner lief in einen unwiderstehlichen Mattangriff, Steve konnte sich mit seinem Gegner einigen und Leonie konnte aus der Zeitnot ihres Gegners Kapital schlagen. Moritz bekam unerwarteter Weise eine vorbereitete Variante ins Gesicht, mir erging es ähnlich (Karsten konnte bei der späterern Heimanalyse meine Variante zwar noch "retten", dennoch konnte ich mit dieser Partie, die meine letzte Jugendpartie gewesen sein sollte, nicht zufrieden sein. Nichts desto Trotz gewann mein Gegner, Michael Scharfenberg, mit späteren 5/5 einen Brettpreis).

Mo., 28.12.98

Nach dem Mittagessen im Landtag, der mittlerweile renoviert wurde hieß es HSK versus Dresdner SC. Das Ergebnis dieser Paarung fiel deutlicher aus als erwartet: Mit 5:1 wurden die Dresdner von uns doch etwas angerempelt. Wir gaben zudem keinen vollen Punkt ab, lediglich Gusti und Steve trennten sich friedlich von ihren Gegnern, Dirk, Moritz, Leonie und Malin verbuchten je einen vollen Zähler.

Di., 29.12.98

In der vierten Runde sollte die Vorentscheidung fallen: Wir durften uns mit dem Gastgeber, Empor Erfurt, auseinandersetzten.

An Brett 3 war die Partie schmerzhafterweise als erstes entschieden: Steve hatte gegen Thomas Paehtz jr. verloren. Nach einiger Zeit konnte Gusti zum 1:1 ausgleichen. In einer vorbildlichen Partie bezwang er das Erfurter Talent Ferenc Langheinrich und nahm diesem den einzigen Punkt im Turnier ab. Als nächstes mußte Moritz kapitulieren, da sein Gegner Moritz` Angriff, der nicht ungefährlich war, abwehren konnte und zum Konter ansetzte. Dafür wurde Raul Jordan später mit einem Brettpreis belohnt. Malin opferte in der Zeitnot ihres Gegners einen Turm und erhielt dafür gewinnbringenden Angriff. Es stand 2:2. Bei Dirk sah es so aus, als würde sich ein remis abzeichnen, insgeheim hoffte man auf mehr. Letztendlich zeigte sich jedoch, daß die Blockadestellung vom amtierenden Deutschen U17-Meister, Thomas Hänsel, wasserdicht war, so daß doch eine Punkteteilung erfolgte (Dirk hatte seine Zeit allerdings voll ausgereizt; der remis-Schluß erfolgte ca. 20 Sekunden vor Fall des Plättchens). Bei der letzten Partie (sowohl unseres Kampfes als auch des gesamten Tages) führte Leonie die schwarzen Steine. Nach einigem Hin und Her konnte sie die Stellung noch remis halten. Mit dem resultierenden 3:3 konnten wir uns von dem Gedanken an den größten Pokal des Wettkampfes quasi endgültig verabschieden.

Mi., 30.12.98

Bereits am Dienstag hatten wir erfahren, daß wir in der letzten Runde ausgerechnet gegen "alte Bekannte" spielen durften. Das Schicksal wollte es so, daß die DVM um das Schlagerspiel HSK - Königsspringer ergänzt wurde. Die Nacht zuvor hatte man noch zusammen DoKo gekloppt und nun (Rundenbeginn 9:00 Uhr) das? Wie auch immer, das Endergebnis hat aus unserer Sicht gestimmt: 3 ½ - 2 ½. Gusti spielte gegen Markus Lindinger (der sich "ganz gut gewehrt" [Gusti] hat) remis, Dirk konnte Jörg Lampe bei beidseitig knapper Zeit bezwingen, Steve gewann gegen Julian Zimmermann und Malin verlor gegen Shreyas Davè. Leonie spielte mal wieder die längste Partie, übersah gegen Ingo Wilms den Gewinnweg und mußte sich schließlich mit einem Remis zufrieden geben.

Bei der abschließenden Siegerehrung erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen Sachpreis und eine Urkunde. Darüber hinaus erhielt Gusti für 4 Punkte aus 5 Partien einen geteilten Brettpreis.

Platzierungen

U20: 1. SV Empor Erfurt (9:1 MP, 20,5 BP), 2. SG Bochum 31 (8:2 MP, 21 BP), 3. HSK (8:2 MP, 18,0 BP), 7. KS Hamburg (4:6 MP, 15,0 BP) von insg. 12 Mannschaften

U20w: 1. ZSG Waltershausen (11:3 MP, 20,5 BP), 2. SV Empor Erfurt (11:3 MP, 19,0 BP), 3. SK König Tegel 49 (10:4 MP, 17,5 BP) von insg. 15 Mannschaften

Fazit

Schachlich gesehen denke ich, hat der HSK seine Erwartungen erfüllt; mehr aber auch nicht. Der erste Platz war durchaus zum Greifen nahe, es fehlten Punkte an den entscheidenden Stellen und das nötige Quentchen. Auch wenn der große Erfolg ausblieb, mindestens drei Leistungen stehen für eine tendenziell positive Bilanz:

Bronzemedaille (immerhin)

Sieg gegen Königsspringer (Revanche für die Niederlage in der JUBLN)

SG Bochum wurde nicht (wie im Vorjahr) erster

Im übrigen noch ein paar Worte zur Organisation und zur Reiseatmosphäre: Das gesamte Turnier war sehr gut organisiert, der schachliche Part war gut geplant. Dennoch war ich von der gesamten Spielatmosphäre nicht gerade besonders angetan. Das eher trockene Klima in der großen Thüringenhalle gab dem Ganzen einen etwas eigenen, unpersönlichen Touch.

Zum Aufenthalt allgemein kann ich sagen, daß aus räumlicher Sicht mit Erfurt sicher keine Optimallösung gefunden wurde.

Abschließend gebührt Karsten Müller, der - wie man es von ihm gewohnt ist - als vorbildlicher Reiseleiter fungierte, besonderer Dank. Zusammen mit seinem Notebook, das man nur wegen Kompatibilitäts-Problemen nicht über den Klodeckel der Jugendherberge an das Internet anschließen konnte, trug Karsten enorm zur Vorbereitung und damit zum Erfolg der Mannschaft bei.

Steffen Krause

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Text 9

Mit allen Hundertwassern gewaschen -

der HSK ist Norddeutscher Meister U16!

Bereits die Teilnehmerliste brachte uns Betreuer ein seltsames Gefühl.


Da wird aber jemand Augen machen.

Wann waren wir schon mal mit unserer Mannschaft an Position 1 gesetzt gewesen? Und wie würde das Team mit dieser Favoritenrolle umgehen? All diese Fragen beschäftigten Robin und mich am ersten Abend in Magdeburg. Über die Stadt Magdeburg kann man ja denken wie man will, schachlich hat es sich für uns meist als gutes Pflaster erwiesen, bereits vor drei Jahren wurden wir dort in einer vom Hochwasser beeinträchtigten Meisterschaft Norddeutscher Meister mit der Besetzung Stefan Schnock, Hendrik Möller, Janina Stejskal und ?, ja genau, Robin Stellwagen. Dieses Team das mittlerweile den Kern der Jugendbundesliga bildet und den Sprung bei den Herren bis in die 2. Bundesliga gepackt hat, wirbelte damals erfolgreich die Konkurrenz durcheinander. Im Jahr darauf verkauften wir uns etwas unter wert, waren aber dennoch nicht völlig unzufrieden.
Ein erstes Highlight für mich auf der Fahrt nach Magdeburg ist immer das Umsteigen am schönsten Bahnhof des Landes. Der vom Österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfene und gebaute Bahnhof ist einfach einmalig.


Der Uelzener Bahnhof ...


... alles bunt und rund ...


... mit einem Springbrunnen mitten im Bahnhof.

Danach also wieder die Elbe hinauf nach Magdeburg zu unserem Freund Markus Schwenke, der uns im letzten Jahr auch in Dresden zu einigen Lachern verholfen hatte. Für dieses Jahr hatte Markus sich ein paar ganz besondere Schmankerl ausgedacht: neben dem üblichen Fußballturnier organisierte er für einen Abend eine Silmutanveranstaltung mit der Großmeisterin Tatjana Melamed, bei der es als einziger Spielerin unserem Jungsstar Milana Smolkina gelang ein Remis zu erkämpfen.


Einziges Remis beim Silmutan durch Milana.

Und als absolutes Highlight gelang eine Sponsoring-Veranstaltung mit dem Restaurant „Pizza-Hut“, das uns eine gesamte Etage für uns reservierte und alle (!!!) Teilnehmer und Betreuer zum Pizza essen einlud. Und zwar nicht zu einer Pizza, nein, der Abend stand unter dem berüchtigten „All you can eat“. Man stelle sich eine Pizzeria vor in der 200 Kinder + Betreuer, soviel Pizza essen, wie sie können, ein Bild für die Götter! Gerüchten nach zu urteilen, soll der Laden an seine eisernen Teigreserven gegangen sein, was ich gut glauben kann, hat doch schon unser Kleinster, Beini Ma allein 5 Stücke der köstlichen Pizza verdrückt (was bei uns Betreuern die Frage aufkommen ließ: „Wo steckt der Kerl das eigentlich hin?“
So verbrachten alle den Abend, an dem Klinsis Jungs eine unschöne Begegnung mit den Slowakei hatten, in ausgelassener Stimmung, die kurzzeitig die Anspannung vor der letzten Runde vergessen ließ.


Malte bei Pizza-Hut


Pizza satt


Pizza ist ja soooo lecker


Robin


Und alles auf einmal

Doch zurück zum Schachlichen:
Da ich selber mich hauptsächlich, um die U16 gekümmert habe, hier eine kurze Darstellung vom parallel stattfindenden U12 Turnier, an dem wir ebenfalls mit einer Mannschaft teilnahmen. Unsere beiden Spitzenbretter Beini und Milana,


Beini


Milana

waren letztes Jahr Deutscher Meister in dieser Altersklasse doch ihre beiden Mitstreiter Harout und Malte sind rausgewachsen und so mussten sie den Nachwuchs heranführen. Für die beiden Geschwister Boris (10) und Diana Gabere (7),


Boriss


Diana

war es das erste, bzw. zweite große Turnier und so ging es natürlich hauptsächlich ums Erfahrungen sammeln und das taten beide. Beide schaffen es schon sehr gut, sich auf eine lange Partie zu konzentrieren und ließen leider einige Chancen aus, aber am Ende hatten beide jeweils einmal gewonnen und in den Analysen nach den Partien viel von ihrem Coach Helge Colpe gelernt.


Malte (l.) und sein Bruder, U12 Coach Helge

Vorne ließen Beini (6/7) und Milli (7/7) nicht viel anbrennen und so sprangen am Ende zwei Siege und 4 Unentschieden heraus bei nur einer einzigen Niederlage. Beini könnte sogar noch ein Jahr in der U12 spielen, aber er klopft auch schon kräftig an die Tür zur U16. Aber mit Boris und Diana braucht uns nicht bange um die Zukunft zu sein, wir haben zwei hoffnungsvolle Talente, die nachrücken!
Der Kampf um die vier Qualifikationsplätze zur Deutschen Meisterschaft wurde von zwei Städten entschieden, die beiden Kieler Vereine Meerbauer und Doppelbauer wurden eingerahmt von den topgesetzten Ricklingern, die sich mit einem starken Schlussspurt gerade noch qualifizieren konnten und dem Meister HSK (aber Hannover!). Besonders schön war für mich zu sehen, dass sowohl zwischen den Kieler Betreuern, aber auch den Kindern, trotz der Trennung vor einiger Zeit, keine zu tiefen Wunden geblieben sind. Man lud sich nach bestandener Quali gegenseitig zum Eis ein und feierte den großen Erfolg!

Nun aber zu unserem Turnier, wie bereits erwähnt als Favoriten gestartet mit zwei lockeren 3,5-0,5 Siegen gegen Hettstedt und Melle überstanden wir den ersten Tag ebenso unbeschadet wie unsere Verfolger vom SKJE und aus Wilhelmshaven. Turniertag 2 sollte sogar noch ruhiger werden, obwohl stärkere Gegner warteten. Die an Nummer 6 gesetzten Berliner von TuS Makkabi wurden ebenso mit 4-0 zum Mittagsessen geschickt, wie am Nachmittag die SG Nordhorn. Unsere Jungs nutzten jede sich bietenden Möglichkeit um zuzuschlagen und bewiesen Coolneß vor dem Tor. Da mittlerweile SKJE und Wilhelmhaven gegeneinander 2-2 gespielt hatten, kamen wir bereits auf einen Mannschaftspunkt Vorsprung. Robin und ich gingen diesen Abend in die Spätvorstellung des CinemaxX, um uns mit unserem Freund und alten HSKler Steve Berger mit „Sin City“ beibringen zu lassen, wie man mit echten Gegnern umgehen sollte (Eine alte Tradition, seit wir beim letzten Titel gemeinsam einen Actionfilm namens „Der Anschlag“ gesehen und danach den Topfavoriten Aufbau Elbe Magdeburg zerlegt hatten).
Vorher hatten wir bei einem kleinen Stadtbummel ganz in der Nähe eine wundervolle Entdeckung gemacht:


Das kommt mir aber bekannt vor.

Doch nun sollten die harten Brocken auch am Schachbrett kommen. Als erstes unsere Freunde aus Wilhelmshaven, mittlerweile unter neuem Trainer, aber immer noch mit der gefürchteten Lubbe-Flügelzange an den Brettern 1+3. Am Tag zuvor hatten Niiclas Huschenbeth und Armin Schmidt die Skandinavier der beiden Brüder locker auspräpariert, leider hatten wir diesmal Schwarz gegen die beiden. Aber Florian Held ließ es sich nicht nehmen an Brett 2 dem dritten Spieler der Wilhelmshavener, Jakob Konrad eine empfindliche Niederlage im „Skandi“ zuzufügen. Unser Youngster, Malte Colpe hatte gegen Alexander Lubbe wenig Probleme und fuhr bald das 2-0 ein und als Arne Bracker als Abräumer am letzten Brett das 3-0 schoss war auch dieser Wettkampf entschieden. Frank Bracker bezog die erste Niederlage im gesamten Turnier, aber es gibt auch dankbarere Aufgaben als mit Schwarz gegen den immerhin 2165 Elo-Punkte schweren Niko Lubbe anzutreten. Am Nachmittag stand nun das große Titelduell mit dem SKJE auf dem Programm. Wieder Schwarz für Frank, mit Niclas Huschenbeth, das vielleicht größte Talent Norddeutschlands als Gegner, eine aussichtslose Lage. Aber andererseits ist Niclas einer von Franks Lieblingsgegnern. Die letzten drei Duelle hatte Frank gewonnen und so waren wir sehr zuversichtlich. Ebenso an Brett 4, denn Leo Meise (unser Ersatzmann), war in bestechender Form, ganz im Gegensatz zu Tilmann Stellfeld, dem auf diesem Turnier gar nichts gelang. Eine sichere 1 am letzten Brett und ein schnelles Schwarzremis an Brett 3 von Malte gegen Armin Schmidt, ließen sich gut an. Florian brachte seinen Gegner Wesal Moshtael, ins schwitzen und auch Frank wehrte sich erfolgreich gegen Niclas Angriffe. Am Ende entkam Wesal doch noch ins Remis und Frank stellte in der 5.Stunde einen Bauern ein und damit die Partie. Ein tolles Duell von beiden Mannschaften mit einem leistungsgerechten 2-2 am Ende. Vor dem großen Fressen bei Pizza-Hut, noch schnell auf die Auslosung geschaut, ach was, ein weiteres Hamburger Derby. Königsspringer hatte sich im Laufe des Turniers teuer verkauft (unter anderem ein 2-2 gegen SKJE geholt) und war ebenfalls so gut wie qualifiziert. Von der Papierform her waren wir an jedem Brett Favorit, aber solche Matches sind ja meist die schwierigsten. Schon früh sahen wir ausgerechnet bei Leo dunkle Wolken aufziehen, eine Niederlage bahnte sich an. Und auch an Brett 3 war die Sache lange Zeit unklar. Umso wichtiger, dass Malte eine sichere 1 gegen Daniel Maiorov einfuhr und sein Turnier mit 5/6 abschloß (davon 4,5 mit Schwarz!) und auch unser Spitzenbrett Frank fand wieder in die Erfolgsspur und besiegt Max Borgmeyer sicher. Damit war der Meistertitel bereits unter Dach und Fach und es störte niemanden mehr, das Leo seine Partie wenig später aufgeben musste. Arne war mittlerweile in ein Aussichtsloses Bauernendspiel gerutscht und ich gratulierte meinem Trainerkollegen Boris Bruhn schon fast zu geschafften Qualifikation, als das unglaubliche noch wahr wurde. Arnes Gegner verrechnete sich und mute ins Dauerschach einwilligen. Am Ende ein glücklicher Sieg für uns und eine noch unglücklichere Niederlage für unsere Freunde aus Niendorf, die so auf Platz 5 rutschten und hoffen müssen einen Freiplatz für die Deutsche Meisterschaft zu bekommen, den sie sich verdient hätten. Direkt qualifiziert haben sich neben uns, die Vizemeister von SKJE, die SG Nordhorn und das Überraschungsteam aus Stade, die in der vorletzten Runde sensationell Wilhelmshaven wegputzten.
Doch trotz dieser letzten Partie kann man wohl sagen, das wir verdient das Turnier gewonnen haben, ganze drei Partien gingen in den sieben Runden an den Gegner, das ist nicht viel und macht Hoffnung auf mehr.
Auch wenn es mir nicht gefällt, die CDU hatte auf ihrer Wahlkampfveranstaltung in Magdeburg in diesen Tagen das Motto auf den Autos stehen:


Team Zukunft

Andi Albers

 

Und weitere Impressionen ...


Arne


Florian



Frank



Leo


Freundin des Klubs und Fotografin, unsere Toni


Die HSK Delegation in der Sonne.


Markus Lindinger (stehend) war für Weisse Dame dabei.


Steve (Berger) mit seinen Rüdersdorfern.


Andi, Toni, Frank, Florian (v. l.) und Tobias Mueller oben drauf


Beini (l.) und Boris

Die Siegerehrung:


7/7 an Brett 1: Niclas Huschenbeth


Marmstorfer mit kaputtem Coach


U12 Meister: HSK Post


Die HSK U12 Mannschaft


Vizemeister U16: SKJE


Der Empfang am Hauptbahnhof

Fotos: HSK

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Norddeutsche Meisterschaft U16 -

Was wächst da heran?

Mittlerweile ist es schon eine ganze Zeit her und die Mädels der HSK U14w Mannschaft haben bereits nachgelegt, aber dennoch sollte dieser Bericht noch erscheinen. Nach einigen organisatorischen Schwierigkeiten (Klassenreise aber vor allem das Hochwasser) fuhren vier Jungs (Stefan Schnock, Robin Stellwagen, Hendrik Möller und Rashed Akram) und ein Betreuer (meine Wenigkeit) Anfang September nach Magdeburg, um sich endlich mal wieder für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Durch die angespannte Hochwasserlage war es einigen Mannschaften (darunter auch unsere Freunde von Königsspringer) anscheinend zu unsicher sich auf die Fahrt zu begeben und so startete das Turnier nur mit 13 statt eigentlich 18 Mannschaften. Der zur Qualifikation nötige 4. Platz war das erklärte Ziel des Teams und nachdem ich im letzten Jahr an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden, einmal als Betreuer der U-16 und dann mit der U-12 Mannschaft, jeweils in der letzten Runde die Quali verpasste, hatte auch mich der Ehrgeiz gepackt, das „Leverkusen-Syndrom“ loszuwerden. Auf Platz 4 gesetzt bekamen wir mit Norderstedt einen Auftaktgegner, der sich in typischer Underdog-Manier sehr stark wehrte, aber glücklicher Weise nach 3-4 Stunden einbrach, so das am Ende ein recht klar aussehender 3-1 Sieg heraussprang. Im Nachhinein war es wohl der beste Wettkampf der Norderstedter um Coach Andreas Kohtz, denn die Mannschaft kam nicht wieder auf die Beine und beendete das Turnier in den unteren Regionen. Bereits am Nachmittag wartete mit Hannover eine richtige Topmannschaft auf uns. Nachdem bei Stefan die Eröffnung daneben gegangen war sah ich bereits dunkle Wolken aufziehen doch unsere beiden Torjäger an den hinteren Brettern Hendrik und Rashed hatten beschlossen den ersten Tag mit 100% zu beenden und so war es Robin am Ende vergönnt den nötigen halben Punkt zu erzittern. Ein Auftakt nach Maß, aber nun hatten wir das Problem des Schweizer Systems, dass man kaum noch schwache Gegner bekommen würden. Die dritte Runde brachte dann die Spitzenpaarung Rüdersdorf gegen HSK und diesmal wurden uns unsere Grenzen aufgezeigt. Robin und Rashed holten aus ihren Weißpartien nicht mehr als zwei Remisen heraus und Hendrik stellte innerhalb von 10 Zügen zwei Bauern mit dem selben Trick ein. Stefan hatte zum zweiten Mal in drei Runden, den Start verplant und nur mit Mühe die Partie überhaupt am Leben gehalten. In einem völlig unklaren Endspiel umging Stefan dann alle remisigen Stellungen, um den Wettkampf zu retten und verlor darauf hin die Partie. Mit 4-2 Punkten waren wir wieder auf dem Boden der Tatsachen und es stand wieder richtig Arbeit auf dem Programm. Das wir in den letzten vier Runden keinen Mannschaftskampf, noch nicht mal eine einzige Partie verlieren sollten war nicht wirklich abzusehen. Zunächst wurde Wismar sicher mit 3½ -½ besiegt und es wäre sogar die Höchststrafe drin gewesen. Während unsere Hamburger Freunde vom SKJE an diesem Abend das Fußball-Turnier gewannen und damit das von ihnen proklamierte Ziel erreichten (schachlich ging diesmal bei ihnen leider gar nichts), brachten wir uns im Magdeburger Cinemax (schöne Grüße an Silke S.!) mit dem Action-Streifen „Der Anschlag“ in die richtige Stimmung für das anstehende Duell mit „Aufbau Elbe Magdeburg“ (dieser Verein heißt wirklich so und hat sich nicht, wie meine Spieler vermuteten aufgrund der aktuellen Lage so genannt). Mit dem aktuellen deutschen U-16 Meister und der deutschen Vizemeisterin U14w an den Spitzenbrettern waren wir nicht gerade in der Favoriten-Rolle und konnten so „befreit aufspielen“. An Brett 3 hatte Hendrik die Botschaft des gestrigen Films am besten verstanden und so flogen seinem Gegner bereits nach 10 Zügen die Trümmer seiner Königsstellung um die Ohren. Doch als der gegnerische Mannschaftsführer mir schon zur Führung gratulierte verpasste Hendrik im Kugelhagel die endgültige Niederstreckung des schwarzen Königs und ließ noch einen zweiten Knockout aus, so das Schwarz schlicht mit einer Mehrfigur zurückblieb. Doch wenn der Stürmer vor dem leeren Tor steht... Völlig überrascht von der eigenen Rettung stellte Hendriks Gegner unbedrängt seine Figur wieder ein und wurde nun endgültig erlegt. Ein Remis von Rashed untermauerte unsere Führung und Robin machte in seiner besten Turnierleistung den Sack entgültig zu. Mit Hilfe einer nächtlichen Vorbereitung endete ein Morra-Gambit mit schwarzem Mehrbauern und überschaubarer weißer Initiative. Nach ein paar Stunden umsichtiger Verteidigung fiel ein zweiter Bauer und wir hatten gewonnen. Das Stefan in einer nicht gerade hochwertigen, aber spannenden Partie gegen den Elo-stärksten Spieler des Turniers lange am Drücker war und am Ende ein wenig unglücklich nur einen halben Punkt einfuhr, war für den Wettkampf nicht mehr wichtig, steigerte aber die Zuversicht und das Selbstvertrauen. Nach diesen beiden Siegen meinte es nun auch noch Fortuna gut mit uns und bescherte uns statt der sehr starken Wilhelmshavener mit Aschersleben eine Mannschaft, die mit Hilfe des Schweizer System gerade nach oben gespült worden war und die eigentlich geschlagen werden musste. Es gelang mir natürlich nicht die Euphorie über den gerade errungenen Sieg auf ein vernünftiges Niveau zu senken („Das nächste Spiel ist das wichtigste!“ „Noch haben wir gar nichts erreicht!“ bla, bla, bla) und so wurde ich doch ein wenig blaß als ich nach einer Stunde zum ersten Mal den Spielsaal betrat und höchstens einen Punkt auf den vier Brettern sah. Ich beschloß, den Ort des Schreckens zu verlassen und abzuwarten wie die Jungs mit dieser Situation umgehen würden. Meine Teamchef-Kollegen munterten mich aber bald auf und meldeten ein Kippen nach dem anderen. Die Mannschaft riß sich zusammen und ließ sich das in den Runden zuvor erarbeitete nicht wieder kaputtmachen. Am Ende stand ein 4-0 für uns und die sichere Qualifikation, aber vor allem die Erkenntnis, das dieses Team auch mal „ein Spiel umbiegen“ kann. Beim wohlverdienten Abendessen beim Italiener wurde natürlich die Frage diskutiert, ob in der letzten Runde nochmal gekämpft werden müsste/sollte/wollte. Aber alle waren sich schnell einig, dass dieses Wochenende mit dem Titel „Norddeutscher Meister“ gekrönt werden sollte. Diesen Titel hatte noch nicht mal das legendäre Deutsche Meisterteam um Hannes Langrock, Oliver Frackowiak und Helge Colpe vor einigen Jahren geholt. Trotz der Zielsetzung für den nächsten Morgen wurde natürlich ein wenig gefeiert, aber das hatten sich auch alle verdient. Der nächste Morgen brachte dann einen verdienten 2½ -1½ Sieg, der vielleicht sogar ein wenig höher hätte ausfallen können, wenn Hendrik nicht in sehr guter Stellung mit seinem Remis den Matchpoint schoß, damit aber den Brettpreis seiner Gegnerin überlassen hätte. Am Ende war uns dies aber doch reichlich egal, denn immerhin waren wir mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung Meister geworden und hatten souverän die Fahrkarte zur „Deutschen“ gelöst. Am Hamburger Hauptbahnhof angekommen erwarteten uns Familie Stejskal mit Janina, die jeden Tag mit uns in regem SMS-Kontakt stand und so zeigte, wie sehr sie zum Team gehört. Eine richtig tolle Truppe hat sich da gebildet, bereits eine Woche später wirbelte sie beim Elmshorner „Floraturnier“ die Erwachsenen durcheinander (diesmal mit Janina für Rashed) und wenig später wurde beim „CD-Schnellturnier mit der Eisenbahn“ der Schachelschweine ein weiteres Turnier gewonnen (wenn auch sehr glücklich und unter Mithilfe der lange führenden SKJE`ler). Die gesamte Mannschaft schlägt sich nun im Klubturnier durch die Gruppen, hat allerdings mit fünf Remisen in der ersten Runde erst mal ganz ganz „save“ begonnen. Warten wir ab was die nächsten Runden bringen und vor allem freuen wir uns alle auf die Deutsche Meisterschaft Ende Dezember, wo wir mit einer ähnlich geschlossenen Mannschaftsleistung sicher ein gehöriges Wort bei der Titelvergabe mitsprechen werden.

Teamchef Andreas Albers

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Norddeutsche Vereinsmeisterschaften
der u20w und der u14w 1999 in Greifswald

Die u20w-Mannschaft des HSK konnte sich erwartungsgemäß für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Die u14w-Mannschaft konnte sich leider nicht qualifizieren: Trotz guter Spielanlage und mangels Losglück reichte es nicht zum ersehnten und spielerisch durchaus gerechtfertigten vierten Platz.

Der folgende Reisebericht soll die Eindrücke unseres Teams während des Aufenthalts in Greifswald wiedergeben.

Foto oben: Ein Blick aus dem Hotelfenster auf das Siemensfirmengelände.

Ausrichter war der Greifswalder SC um Guido Springer, der den organisatorischen Dreh- und Angelpunkt darstellte und gute Arbeit leistete: Unser Gepäck wurde von ihm bei der An- und Abreise gebracht, was etwaige Blasen an unseren Händen vermied.

Austragungsort war das Vario-Hotel Greifswald mit angeschlossenem Jugend-Hotel, ein 1998 fertiggestellter Neubau, etwa 30 Gehminuten von der Greifswalder City entfernt. Die Zimmer waren sehr gut ausgestattet (TV + Tel., Dusche+WC, Fahrstuhl im Flur), die hauseigene Küche dagegen durchaus als verbesserungswürdig zu bezeichnen, dies noch positiv ausgedrückt. Etwas schade war, daß es an angemessenen Freizeitmöglichkeiten mangelte: Während Guido Springer für uns einen Abend lang die hauseigene Bowlingbahn gemietet hatte, gab es sonst nicht viel; der Innenhof des Hotels war eher nüchtern mit Bänken und Pflastersteinen ausgestattet, was bestenfalls zum Kartenspielen einlud.

Aber die spärliche Freizeit unserer Spielerinnen ließ auch gar nicht viel mehr zu, so daß wir nicht einmal die (wohl) wunderschöne Innenstadt Greifswalds, geschweige denn den Tierpark, bestaunen konnten... Schade.

Nun zum schachlichen Ablauf des Turniers. In beiden Gruppen (u20/u14) wurden fünf Runden nach Schweizer System gespielt, um den Sieger zu ermitteln.

Bei der u14w waren wir nach unserem DWZ-Durchschnitt an Position drei der Teilnehmerliste gesetzt, was aber nicht sehr viel zu bedeuten hatte, denn wenn eine Mannschaft nur eine Spielerin mit DWZ am Start hatte, dann wurde die Zahl dieser Spielerin als Durchschnittswert behandelt und dadurch die Teilnehmerliste durchaus verzerrt.

Unsere u20 Mannschaft war an vierter Stelle auf der Teilnehmerliste positioniert und mit dem SV Chemie Guben und dem VFL BW Neukloster waren die ernstzunehmenden Konkurrenten schnell ausgemacht.

        

        

Wie dem auch sei, unsere u14-Mädels Janina Maria Stejskal, Susanne Peschke, Friederike Hartwig und Maheba Goedeke Tort (auf den Fotos von links o. nach rechts u.) gewannen die ersten beiden Runden souverän mit 4-0 und 3-1 gegen SAV Torgelow-Drög. und die SG Jasmund. Die u20 mit Malin Klawonn, Karen Heffter, Michaela Wulf und Stephanie Tegtmeier konnten die erste Runde gegen den (späteren letzten Sieger) SV Veldhausen klar mit 4-0 entscheiden, während die zweite Runde gegen Chemie Guben leider mit 1-3 verloren ging.

Bei der u14 war die Stimmung durchweg gut, die Motivation stimmte und für den nächsten Gegner (Chemie Guben) hatten wir sogar etliche Vorbereitungspartien in unserer Datenbank entdeckt. Doch die Vorbereitung schlug fehl: alle Gegnerinnen spielten andere Eröffnungen, als in den gefundenen Partien von ihnen und so war die Verwunderung eher auf unserer Seite. Dieser Kampf ging dann auch deutlich mit 0-4 verloren, wobei man sagen muß, daß die Gubener sehr stark aufspielten und verdient auch das Turnier gewonnen haben.

Für die u20 lief die dritte Runde gut, um weiter oben mitzuspielen mußten sowieso zwei Mannschaftspunkte her und das wurde mit einem Erfolg gegen die SG Oesede dann auch erledigt.

Die vierte Runde kam und war durchaus durchwachsen: Beide Mannschaften waren recht gut vorbereitet, noch am Abend vor der Runde wurden Varianten gegen Skandinavisch "erfunden", Vorbereitungspartien sicher einstudiert. Die u20 spielte gegen VFL BW Neukloster, der zu dem Zeitpunkt auch schon zwei Minuspunkte (gegen Guben) aufweisen konnte. Die u14 durfte gegen SV "Glück auf" Rüdersdorf antreten. Beide Kämpfe gestalteten sich sehr ausgeglichen, doch vom Ergebnis her sollten sie sich nicht zu unseren Gunsten auswirken: Malin kam in einem geschlossenen Sizilianer leider nicht um ein Remis herum, Karen hatte ihre Eröffnungsvorbereitung auf dem Brett, machte jedoch in beiderseitiger Zeitnot ein paar ungenaue Züge, so daß die Gegnerin dies zu einem Punktgewinn nutzen konnte. Michaela mußte die ganze Partie über um ein Remis kämpfen, da sie etwas schlechter aus der Eröffnung herausgekommen war und Stephanie wollte in dieser Runde nichts rechtes gelingen, und sie verlor leider. Somit 1-3 und der Traum vom Sieg war geplatzt.

Auch bei der u14 wollte es nicht klappen: 1,5-2,5 stand es nach der Runde und das war alles sehr knapp gewesen ...

Es kam die fünfte und letzte Runde: Für die u20 ein Hamburger Duell mit den Schachelschweinen, bei denen Yoshi Tambo und Patrick Thiele als Betreuer mit dabei waren. Die schachliche Aufgabe gegen Alice Winnicki, Svenja Heidorn, Mareike Stahl und Sabrina Mix zeigte sich in dem längsten Kampf des Tages am Ende doch als lösbar und konnte durch einen Sieg von Malin bei Remisen von Karen, Michaela und Stephanie gewonnen werden. Das bedeutete den dritten Platz und die Bronze-Medaille.

Unsere u14 hatte dann noch echtes Los-Pech, indem sie nämlich statt auf den vermeintlich schwächeren Gegner, den Greifswalder SC zu treffen, die TSG Wittenberg als Gegner vorgesetzt bekamen, die ein gleiches Punktekonto aufweisen konnten und ebenfalls noch Chancen hatten, vierter zu werden und sich damit direkt für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Aber so ist das eben bei nur fünf Runden Schweizer System. Das bittere Ende dieses Kampfes lautete 1,5-2,5 aus unserer Sicht und das bedeutete am Ende den sechsten Platz. "Etwas unglücklich" ist wohl eine passende Bezeichnung für das Mannschaftsresultat und eines ist sicher: Überzeugt haben sie uns alle: Janina Maria, Susanne, Friederike und Maheba. Wenn sie weiter mit solcher Freude und Motivation dabei sind, dann wird das auch wieder größere Erfolge geben.


Die HSK Mannschaft bei der u14w

Die Reise selbst hat uns viel Spaß gemacht, die Stimmung war immer gut, auch wenn das Hotelessen machmal gegen uns war.

Foto oben: Die Medaillenplätze bei der u20w, ganz rechts der HSK mit Malin, Karen, Michaela und Stephanie.

 

NVM u14w Greifswald 1999

NVM u20w Greifswald 1999
NVMM u20w Greifswald 1999

Rg

Name

M.P.

B.P.

Rg

Name

M.P.

B.P.

1

SV Chemie Guben

10-0

19-1

1

VFL BW Neukloster

8-2

14,5-5,5

2

SV GA Rüdersdorf

8-2

13-7

2

SV Chemie Guben

8-2

13-7

3

TSG Wittenberg

6-4

11-9

3

Hamburger SK

6-4

12-8

6

Hamburger SK

4-6

9,5-10,5

7

SC Schachelschweine

3-7

8,5-11,5

Max Krause
Fotos: HSK

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Norddeutsche u15-Meisterschaft

Unsere u15-Vereinsmannschaft zählt zu den besten, die es derzeit in Deutschland gibt, und so stand für viele (einschließlich mir, des Trainers) ganz außer Frage, daß die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft Ende des Jahres eine ernsthafte Hürde darstellen könnte.

Doch dann stellte sich allmählich heraus, daß die Mannschaft wohl nicht in Bestbesetzung würde antreten können, und so schien die Sache dann doch wieder nicht so hundertprozentig klar. Bedingt durch das Fehlen von Leonie Helm und Hannes Langrock ergab sich für uns folgende Aufstellung: 1) Felix Ketelaar, 2) Hans Christian Stejskal, 3) Oliver Frackowiak, 4) abwechselnd Martin Krause und Mayeul Hieramente.

Die Setzliste, basierend auf (etwas veralteten) DWZ-Zahlen, sah dann die Berliner Tegeler klar in Front; König Tegel ist neben uns sicherlich auch ein heißer Anwärter auf den Deutschen Meistertitel in der u15. Die verhältnismäßig dichte Schar der Verfolgerteams wurde in der Setzliste dann von uns angeführt.

Die erste Runde bescherte uns den AMTV Rahlstedt, den wir mit 4-0 in den Keller jagten. Nach diesem gelungenen Auftakt allerdings kamen wir nicht über ein 2-2 gegen die an fünf gesetzten SF Hettstedt hinaus. Diese leichte Enttäuschung wurde durch ein erneutes 4-0 in der dritten Runde gegen den SK Norderstedt aber schnell wieder wettgemacht.

Die vierte Runde brachte dann das Duell mit den favorisierten Tegelern, die die ersten drei Kämpfe gewonnen hatten und so die Tabelle alleine anführten. Martin hatte am vierten Brett schnell eine sehr aussichtsreiche Stellung erlangt, aber dafür geriet Oliver an Brett drei allmählich in eine einigermaßen kritische Lage. Da sich an den beiden Spitzenbrettern noch keine Ungleichgewichte entwickelt hatten und den Tegelern vor dem Kampf gegen uns die Knie schon etwas geschlottert haben mußten, entstand plötzlich jene peinliche Situation, die dazu führt, daß in einem noch hart umkämpften Turniersaal eine Tischreihe mit einemmal unbesetzt ist. Der Friede, das 2-2, kam uns allen ganz gelegen, zumal es auf die Dauer schon etwas lästig sein kann, jeden Tag eine Doppelrunde spielen zu müssen.

Tegel freilich nutzte dieses Unentschieden gegen den einzig ernst zu nehmenden Konkurrenten um den ersten Platz dazu, sich mit drei abschließenden klaren Siegen vom gesamten Feld deutlich abzusetzen und die Norddeutsche Meisterschaft überlegen mit 13-1 Punkten und vier Mannschaftspunkten Vorsprung vor uns zu gewinnen. Fragt sich nur, wie wir in den letzten drei Runden so viel Boden verlieren konnten?!

Die fünfte Runde brachte mit der sehr unglücklichen 1.5-2.5 - Niederlage gegen den KSC Strausberg eine sehr unangenehme Überraschung. Unsere Zuversicht, was die Qualifikation anbetraf, wurde erheblich erschüttert, und als wir am Nachmittag gegen den Stader SV (immerhin an drei gesetzt) anzutreten hatten, da war es jedem Spieler bewußt, daß nunmehr die Qualifikation, der 5. Platz wirklich erkämpft werden mußte. Nach sehr spannendem Verlauf endete dieser Kampf schließlich mit einem 2-2 - Unentschieden, was besonders für die armen Stader ein Problem darstellte, denn in der letzten Runde wartete Tegel auf sie.

Wir bekamen es in der letzten Runde mit dem SV Union Lohne zu tun, die überraschend auf dem zweiten Platz lagen und denen zur Qualifikation u.U. eine 1.5-2.5 - Niederlage genügt hätte.

Wie auch immer - es wurde hart gekämpft, und am Ende lautete das Resultat tatsächlich 2.5-1.5 für uns, womit wir uns noch auf den zweiten Platz vorschieben konnten und Lohne als Dritter sicher qualifiziert war. Übel erwischte es das Team aus Stade, das durch die 1-3 - Schlußrunden-Niederlage gegen Tegel noch auf den 10. Platz zurückgeworfen wurde und daher nicht bei der Deutschen Meisterschaft dabei sein wird.

In unserer Mannschaft gab es niemanden, der schlecht gespielt hätte, allerdings wuchs auch keiner über sich hinaus.

Felix erzielte am ersten Brett ordentliche 5/7, womit er seiner DWZ-Erwartung in etwa gerecht geworden sein dürfte. Zu ihm ist zu sagen, daß er leider in kritischen Partien nicht genug Selbstvertrauen aufbringt. In dem so wichtigen Kampf der fünften Runde gegen Strausberg hatte er seinen Gegner in sehr überzeugender Manier energisch überspielt, um dann den entscheiden Schlag zu versäumen und am Ende gleichzeitig seine sehr gute Stellung einzustellen und die Zeit zu überschreiten. Da ist noch viel unausgeschöpftes Potential!

HaChri brachte es nur auf dürftige 3.5/7 am zweiten Brett, aber durch seinen kämpferischen Einsatz in den letzten Runden war er der Mannschaft am Ende eine enorme Stütze, denn um seine Stellung und um seine Konzentration brauchte man sich da keine Sorgen mehr zu machen.

Oliver schaffte an Brett drei anständige 5/7, allerdings gegen relativ schwache Gegnerschaft, so daß auch er damit nicht über den Erwartungen lag. Oliver spielt sehr solide, ist dadurch bedingt aber manchmal nicht aggressiv genug, um seine Gegner einfach einmal „umzuhauen“. Wie auch immer - ein guter und verläßlicher Mannschaftsspieler ist er allemal.

Am vierten Brett wechselten sich Martin und Mayeul ab. Martin kam in seinen vier Einsätzen auf 2.5 Punkte und Mayeul auf 2/3. Martins Ergebnis ist unter dem Blickwinkel zu sehen, daß er gegen Tegel für das 2-2 in ziemlich guter Stellung Remis gab und in einer späteren Partie dummerweise die Dame einstellte. Ansonsten scheint er besonders im Kampf gegen schwächere Gegner sehr effektiv zu sein.

Mayeul wirkte am vierten Brett ebenfalls recht souverän, aber doch etwas zaghaft, denn er gab zwei Remisen gegen recht schwache Gegner ab. Ein Schuß mehr Aggressivität am Brett könnte ihm auch nicht schaden.

Abschließend die Tabelle der ersten fünf:

MP BP
1. SK König Tegel 13-01 21
2. Hamburger SK 09-05 18
3. SV Union Lohne 09-05 17
4. KSC Strausberg 09-05 16
5. SC Meerbauer Kiel 09-05 15.5

Christian Wilhelmi

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Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften in Oberhof

oder

DEMOnstration der Deutschen Schachjugend

Die DSJ garantiert: 8 Tage, über 600 Leute und viel Spaß

Seitdem das Konzept beschlossen wurde, die Deutschen Jugendmeisterschaften als Großveranstaltung mit den Altersklassen U10 bis U18 zentral auszutragen, muß die DSJ in jedem Jahr eine organisatorische Meisterleistung vollbringen: Ca. 600 Spieler, Trainer, Betreuer, Eltern und andere Angehörige erwarten während der acht Tage dauernden Meisterschaft, daß alles nach ihren Vorstellungen geregelt wird und auch die abwegigsten Sonderwünsche mit einem freundlichen Lächeln erfüllt werden. Einer, der dies - leider des öfteren im Gegensatz zum Personal an der Rezeption des Euromillhotels (das ansonsten für ein solch großes Jugendturnier sehr geeignete Bedingungen bot) - mit wahrer Engelsgeduld vollbrachte, war Markus Semmel aus Hessen, der für die Zimmerverteilung und die Finanzen zuständig war und ein unglaubliches Arbeitspensum bewältigte. Beobachtete man Markus Semmel an seinem Tisch im Foyer des Hotels, beneidete ihn wohl niemand um seine schwere Aufgabe. Da haben sich Landesverbände nur unvollständig angemeldet, da kommen Familien plötzlich mit weiteren drei Kindern, da will eine Hamburger Betreuerin ihr Zimmer tauschen, um näher an ihren Schützlingen zu sein!? Alles kein Problem: Noch am selben Abend war alles unter "Dach und Fach"!

Dr. Freizeit berät in allen Lebenslagen:

Im Foyer erwartete jedoch nicht nur Markus Semmel die ankommenden Kinder: Mit von der Partie war auch Chessy, das Maskottchen der DSJ, das die Kinder begrüßte und sogleich für die ersten Erinnerungsfotos sorgte. In Chessy verbarg sich eine weitere wichtige Person dieser Meisterschaft (und schwitzte in der Verkleidung erbärmlich): Christian Warneke, der Öffentlichkeitsreferent der DSJ und Mitglied des Freizeit-Teams, ließ es sich nicht nehmen, seine Hamburger Freunde zu begrüßen. Am Informationstisch der DSJ verteilten Helmut Schuhmacher, Leiter der Organsisation, und seine Frau die DEMO, "das einzige Magazin in Oberhof", die täglich erscheinende Zeitung zur Meisterschaft, und verschiedenfarbige Buttons, die jeden Spieler, Betreuer und die Eltern u.a. zum Einnehmen der Mahlzeiten berechtigte.

Die Buttons waren auch die Eintrittskarte zum Dr. Freizeit-Büro, das sich natürlich nicht darauf beschränkte, den Kindern "gegen Button" Spiele und Bälle auszuleihen: Freizeit-Chef Boris Bruhn und sein Team hatten sich in guter Hamburger Tradition die ultimative Meisterschaft in Pinneberg 1996 zum Vorbild genommen! Und mit Jan Pohl, Nils Richter, Carsten Patjens, Patrick Thiele, André van de Velde (alle Hamburg), Arvid von Rahden (MVP) und Steffi Jacob (Thüringen) hatte er sich ein Team zusammengestellt, das bestens in der Lage war, den Teilnehmern neben den Schachbrettern die Meisterschaft so angenehm wie möglich zu machen. Tatkräftig zur Seite standen ihnen außerdem Christian Warneke (Hamburg) und Franziska Seel (Hessen), die die DEMO in nächtlicher Schwerstarbeit produzierten, damit sie die ausgeschlafenen Teilnehmer des Morgens auf dem Frühstückstische hatten. Die tägliche Zeitung, ebenfalls eine Hamburger Tradition auf den Endrunden und Schachreisen, war meines Erachtens die größte Bereicherung im Vergleich zum letzten Jahr. Die Begeisterung der Teilnehmer ging so weit, daß die Mädels an der Rezeption entgeistert gefragt wurden, wieso sie denn neben den "normalen" Tageszeitungen nicht die DEMO hätten (Skandal!)!

Schwerstarbeit leisteten auch die Redakteure des Bulletins: Felix Kleinschmidt, Christoph Schild, Alexander Kemmerling, Martin Momot, Oliver Koeller, Ulla Höhmann und Christian Blekens bekam man deshalb auch kaum zu Gesicht, da sie fulltime damit beschäftigt waren, aus unleserlichen U10- und U12-Formularen halbwegs nachvollziehbare Partien zu formen. Ein großes Lob also auch an das Team des Bulletins, das sicherlich keine leichte Aufgabe hatte. Dem Freizeitteam und der Bulletinredaktion standen die Kopier-Profis Thomas Bundrock und Ronald Heinicke helfend zur Seite.

Erläutern, ermahnen, trösten und mitschreiben - die Schiedsrichter:

Nicht viel besser erging es da wohl den nach den Spielerinnen und Spielern wichtigsten Persönlichkeiten, den Schiedsrichtern: Besonders Reinhard Sabel, Peter Faiß, Andreas Ryba und Ina Rotenberg, die für die Mammutturniere der U10 und U12 mit insgesamt 212 Teilnehmern zuständig waren, hatten alle Hände voll zu tun. Sie alle hätten mir aber wohl zugestimmt, daß ihre Aufgabe wahrlich paradiesisch gewesen wäre, hätte sie sich auf die 212 teilnehmenden Kinder beschränkt... Viel anstrengender als jene waren denn auch, wie schon die letzten Jahre gezeigt haben, die Eltern und Betreuer/Trainer, die oftmals übermotiviert agierten und ihren Schützlingen durch ihr Eingreifen in laufende Partien bestimmt keinen Gefallen taten. Völlig unverständlich ist es mir außerdem, wie Mütter und Väter, die vom Schach bestimmt weniger verstehen als ihre Kinder, die gesamte Partie über neben dem Brett stehen können und - weil’s ja auch irgendwie langweilig wird auf Dauer - Privatgespräche führen. Vielleicht sollte man in Zukunft wirklich überlegen, Regelungen einzuführen, wie sie bei Welt- und Europameisterschaften gang und gebe sind: keine Eltern und Betreuer im Spielsaal oder in jedem Falle weiträumige Absperrungen für Zuschauer. Oder wie wär’s im nächsten Jahr mit einem Pflicht-Schachkurs für Eltern, die zum "krönenden" Abschluß dann ihr Bauern- oder Turmdiplom machen können!? Und als Belohnung fürs bestandene Bauern-Diplom könnte U10-Meister Atila Figura dann simultan gegen lauter stolze Eltern spielen... Mir kommt Herbert Grönemeyers ‚Kinder an die Macht‘ in den Sinn: "Verkehrte" Welt, aber die Vorstellung ist verführerisch!

Etwas entspannter - jedenfalls in den ersten drei Stunden der Partien - war’s für Rafael Müdder, Dr. Jürgen Klüners und Holger Borchers, die für die Großen der U14, U16 und U18 zuständig waren. Da konnte Holger Borchers schon mal in der ersten Stunde mit dem bayrischen Betreuer und Allround-Unterhalter Michael "Willi" Willim frühstücken gehen, den Spieß mal umdrehen und Willi mit Anekdoten und perfekt vorgetragenen russischen Sprichwörtern beeindrucken. Stressig wurde es für sie nur in den Zeitnotphasen, die sich zum Leidwesen von Jürgen Klüners wohl besonders in der U16 häuften...

Und auch das gibt’s bei der DSJ - die Chefs:

Über die Schiedsrichter wachte in seiner neuen Funktion als Nationaler Spielleiter Norbert Lukas, er war "das Gesetz im Turniersaal" (DEMO Nr.1), und in gewohnter Souveränität leitete Jörg die Veranstaltung - mit einem Zitat aus der DEMO: "Einer ist immer der Dumme und hält seinen Kopf hin, in der offiziellen Sprache heißt das Gesamtleiter und das ist Jörg Schulz, im Normalberuf Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend (DEMO Nr.1)." Er mußte nur einmal kurz schlucken, als bei der Siegerehrung klar wurde, daß die Spendenaktion der DSJ für die ‚tour des hommes‘ über DM 2.000,-- erbracht hatte und er in einer etwas zu launigen Rede mit einer etwas befremdenden Wortwahl des Vorsitzenden der thüringischen Schachjugend daran erinnert wurde, daß er nun seinen Wetteinsatz einzulösen habe: Die Lockenpracht muß ab! Leider war die bayrische Betreuerin Isabelle Strehle, die in einem früheren Leben wohl mal Friseurin gewesen sein muß und ihre Künste ja schon in Pinneberg 1996 an André van de Velde und Ilka Haussmann bei einer ähnlichen Spendenaktion unter Beweis stellen konnte, schon abgereist, so daß Jörg an diesem Abend noch einmal verschont blieb... Aber irgendwann wird er seinen Kopf noch einmal hinhalten müssen?

Die Meisterschaften:

U10:

Die Meisterschaft der Kurzen, in diesem Jahr erstmals durchgeführt, hatte einen ganz klaren Favoriten: Atila Figura aus Berlin beeindruckte mit einer DWZ von 1725, mit der er in der Setzliste Matthias Bentz aus NRW um rund 300 Punkte auf den 2. Platz verwies, wonach wieder eine große Lücke von rund 300 Punkten zum Feld folgte. Für viele der teilnehmenden Kinder und ihre Eltern war es jedoch das erste große Schachturnier - so z.B. für die sechsjährige Lara Stock aus Baden, die mit sieben Minuten weniger auf der Uhr in die Partie starten mußte, dafür durfte ihr Vater dann aber die Partie mitschreiben...

Die sieben Minuten Zeitnachteil sind in dieser Klasse natürlich von der nebensächlichsten Bedeutung: Viele Partien waren schon nach wenigen Minuten und Zügen entschieden - und dann gab’s Jubel oder auch Tränen. Zum Trost für unsere Küken sei allerdings gesagt: Die kürzeste Partie fand nicht hier, sondern in der Königsklasse der Meisterschaft, der U18, statt: In sechs Zügen gewann hier Elisabeth Pähtz gegen einen ausgetricksten Gregory Pitl... Zu dieser bemerkenswerten Partie und ihrem Vor- bzw. Nachspiel aber später noch mehr.

Der Favorit Atila Figura, der im Simultan auch GM Luther besiegte, leistete sich während des elfrundigen Turniers nur einen Ausrutscher: In der siebten Runde vergaß er einmal kurz die Bedeutung seines Namens und konnte den Figureneinsteller gegen den späteren Vierten des Turniers Raiko Siebarth aus Thüringen nicht mehr wettmachen. Eine Punkteteilung noch gegen den Vizemeister Falko Bindrich aus Sachsen, und die 9,5 Punkte für den souveränen Titelgewinn waren perfekt. Für die anderen U10-Kinder war Atila so etwas wie ein Star: So wurde die Berichterstatterin von ihren drei U10-Jungs regelmäßig über Atilas Stellungen und Resultate informiert und Attila Radulsecu aus Hamburg, der mit seinem 97. Platz natürlich nicht zufrieden war, war’s wenigstens mit seinem Vornamen - wenn auch mit einem ‚t‘ zuviel...

Bei den Mädchen verlief die erstmals offiziell ausgespielte Meisterschaft spannender: Noch in der letzten Runde lagen Ekatarina Jussupow (Bayern), Larissa Erben und Saskia Zikeli (beide Württemberg) mit sechs aus zehn gleichauf: Der Zufall des Schweizer Systems wollte es dann so, daß es zwischen Ekatarina und Saskia ein Endspiel um den Mädchen-Titel geben sollte, während Larissa nur im Fernduell gegen Georg Forchmann ihre Chancen wahren konnte. Doch auch in dieser entscheidenden Situation verlor Turnierliebling Ekatarina Jussupow ihre ansteckende Natürlichkeit und Unbefangenheit nicht: In einer sehenswerten Angriffpartie, die sie sowohl im schachlichen also auch im zeitlichen Sinne à tempo spielte (den Gewinnzug 28. ...Lg5 zog sie blitzschnell, sicherte sie sich verdient den Titel der Deutschen U10-Meisterin dank der wesentlich besseren Buchholz im Vergleich zu Larissa Erben, die Vizemeisterin wurde.

U12:

Die nur ein oder zwei Jahre älteren Kids aus der U12 konnten sich schon fast als "Große" fühlen: Zeitnotschlachten und Remisreklamationen waren in der U12 an der Tagesordnung, und natürlich dauerten die Partien auch sehr viel länger als in der U10. Die Kinder entwickeln sich weiter - manche Eltern allerdings nicht: So wird während der ganzen Partie am Brette des Söhnchens gewacht, und einem Hamburger Betreuer geschah es sogar, daß er unvermutet beim Kiebitzen wegeschubst wurde! Was war geschehen? Er hatte, oh Frevel, unbewußt die weiße Absperrungslinie mit einem Fuß leicht touchiert! Das rief natürlich sofort eine zartrosa Mami auf den Plan, die löwenähnlich ihr Junges gegen diesen Angriff verteidigte. Schön nur, daß wir sie später bei ebensolcher "Sünde" beobachten konnten und wenigstens die Lacher auf unserer Seite hatten...

Der Kampf um die Meisterschaft gestaltete sich sehr spannend: Lange Zeit lief der Neu-Delmenhorster Andreas Schneider im gelben Trikot auf. Zwar leistete er sich in der fünften Runde eine Niederlage, danach jedoch gab er lediglich zwei Remisen ab und führte vor der letzten Runde mit acht aus zehn. In der letzten Runde aber zeigte er Nerven und überschritt in ausgeglichener Stellung gegen Arik Braun aus Württemberg die Zeit im 60. Zug. Ein Remis hätte gereicht - seine Buchholz war die beste. So war der Weg frei für Kai Christian Meyer (Hessen), Axel Heinz (Bayern) und Arik Braun (Württemberg), die mit 8,5 Punkten die Tabelle anführen; die Buchholz-Wertung entschied über die Plätze.

Bei den Mädchen gab es einen noch spannenderen Zieleinlauf: Zwischen den vier Mädels, die mit 6,5 aus 11 das Turnier beendeten, hatte Sandra Kege aus Sachsen-Anhalt die deutlich beste Buchholz, so daß sie sich mit einem Remis in der letzten Runde den Titel sichern konnte. Maria Schöne (Sachsen) und Friederike Wolk (Hessen) belegten die Plätze.

U14m+w:

Kommen wir nun in die Regionen, in denen es separate Turniere für Jungen und Mädchen gab, lediglich 24 Spieler pro Gruppe am Start waren und auch nicht mehr nach Buchholz, sondern nach DWZ-Schnitt über die Plätze bei Punktgleichheit entschieden wurde.

Und schon in der U14 tritt der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen mit erschreckender Deutlichkeit zu Tage: Aus der U14w wäre lediglich Sonja Häcker bei der U14m nicht auf dem letzten Listenplatz gelandet, der Unterschied zwischen den beiden Führenden der Setzliste beträgt 556 Punkte...

Bei den Jungs trug Hannes Rau aus Hessen das gelbe Trikot bis zur letzten Runde, obwohl er in der achten Runde eine Niederlage gegen Alexander Gasthofer (Württemberg) hinnehmen mußte. Dank der besseren Wertung reichte ihm dann ein Remis gegen Volker Seifert (Sachsen), das Alexander Gasthofer, der keine Partie verlor, fünfmal remisierte und einen glänzenden Schlußspurt mit 2/2 hinlegte, auf den zweiten Platz verwies. Den alleinigen dritten Platz erreichte Philipp Balcerak aus Rheinland-Pfalz, dem dazu ebenfalls ein Remis in der Schlußrunde reichte. In dieser Runde zeigte sich aus dem ersten Drittel der Tabelle sowieso nur Alexander Gasthofer in Top-Form - alle anderen remisierten, z.T. allerdings in langen, ausgekämpften Partien.

Die Franziskas, Fey und Beltz, aus Sachsen konnten bei den Mädchen das Treppchen als erste besteigen, nachdem es lange Zeit nach einem württembergischen Sieg von Sonja Häcker ausgesehen hatte. Sie verlor allerdings in der letzten Runde gegen Elvira Mass aus NRW, so daß ihr nur der sehr unglückliche vierte Platz blieb. Die Bronzemedaille erkämpfte sich Dorothea Schuler aus Hamburger, nur aufgrund der schlechteren Wertung hinter den beiden Franziskas. Mit ein bißchen mehr Glück hätte sie auch einen halben Punkt mehr machen können - hier schlägt natürlich das doch etwas parteiische Herz der Hamburger Berichterstatterin...

U16m+w:

In der U16m sah es lange nach dem Sieg eines Favoritenschrecks aus: Julian Zimmermann aus Hamburg spielte bis zur achten Runde ein hervorragendes Turnier, was auch durch seine Wertung demonstriert wird. Doch nach seiner Niederlage gegen Jens Hofrichter war der Weg frei für Thomas Pähtz jr. aus Thüringen, der sich, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, seinen ersten Titel in einer Deutschen Einzelmeisterschaft vor seinem ehemaligen Vereinskollegen Ferenc Langheinrich sicherte. Titelentscheidend: Ferenc Langheinrich zeigte sich einmal zu friedlich, und Thomas Pähtz mobilisierte bei seinem Schlußspurt mit 2/2 die letzten Kräfte. Auf den dritten Platz schob sich Christian Seel, der sich nach einer frühen Niederlage gegen Thomas Pähtz noch einmal fing und auf 6 Punkte kam. Leidtragender war in diesem Fall der Hamburger Julian Zimmermann, der lange Zeit das gelbe Trikot des Führenden getragen und gegen Thomas Pähtz und Ferenc Langheinrich problemlos remisiert hatte.

Die U16w erfreute sich bei den Kiebitzen neben der U18m einer großen Beliebtheit. Das mag daran liegen, daß mit Tina Mietzner aus Sachsen und Leonie Helm aus Hamburg zwei große Talente des deutschen Mädchenschachs am Start waren, die auch noch von Caroline Umpfenbach aus Thüringen und Elisabeth Schloßberg aus Bayern verfolgt wurden - ein spannender Turnierverlauf schien also garantiert.

Es mag aber auch daran liegen, daß ein noch größeres Talent des deutschen Mädchenschachs, Elisabeth Pähtz, die in der U18m spielte, durch eine ausgefallene Wett-Aktion - die sich natürlich schnell herumsprach - die Aufmerksamkeit von sich ab- und auf ihre Vereinskollegin beim Dresdner SC Tina Mietzner lenken wollte. Da werden die Reden unserer Politiker und auch unserer bayrischen Betreuer von der Notwendigkeit, die "Mauer in den Köpfen" endlich zu überwinden, immer wieder einmal unterlaufen: Elisabeth (Thüringen) wettete mit Matthias Duppel (Württemberg) um ihre Haare!

Sollte nämlich ein "Wessi" die U16w gewinnen, sollten 10 cm ihrer Haarpracht fallen - Matthias riskierte im Falle eines "Ossi-Sieges" lediglich 5 cm... Dieses "Wettspiel" als Beiwerk des Wettkampfes steigerte noch Brisanz und Spannung dieser Meisterschaft.

Bis zur sechsten Runde bedrohte überraschend Stefanie Schulte (NRW) Ellis Haarpracht. Stefanie gewann in der dritten und vierten Runde überraschend gegen die offenbar indisponierten Caroline Umpfenbach und Leonie Helm, für die das Turnier danach gelaufen schien. Erst Elisabeth Schloßberg, allerdings ebenfalls ein Wessi, stoppte Stefanie Schulte in der sechsten Runde, was Tina Mietzner, die sich bis dato mit drei Remisen friedlich gezeigt hatte, als neue Trägerin des gelben Trikots qualifizierte, denn Leonie Helm, die sich in dieser vorentscheidenden sechsten Runde wieder gefangen und eine fehlerfreie Partie gegen Tina Mietzner zu einer Gewinnstellung geführt hatte, ließ in der Schlußkombination einen Zwischenzug (31. Txb2! +- statt 31. Dd5+?) aus und verdarb die Partie zum Remis. Tina ließ sich nun die Butter nicht mehr vom Brett nehmen, gewann gegen Corinna Lange und Alice Winnicki aus Hamburg, die es ihr wie in der letzten Runde auch Elisabeth Schloßberg so schwer wie möglich machte und beide am Rande einer Niederlage hatte. In der letzten Runde brauchte sie dank besserer Wertung gegen Marina Görke nur ein Remis. Zweite wurde Elisabeth Schloßberg aus Bayern, den dritten Platz belegte eine weitere Überraschung des Turniers: Christiane Gorka aus NRW.

Die Wette also entschieden!? Matthias Duppel zog sich wenig elegant aus der Affäre: Er ging bereits einige Tage zuvor zum Friseur und behauptete hernach, bei dieser Gelegenheit bereits fünf Zentimeter in weiser Vorausahnung geopfert zu haben. So wurde also Elisabeths Risikobereitschaft nicht dadurch belohnt, selbst Hand anlegen zu dürfen - Schade, wir wären alle gern live dabeigewesen.

U18w:

Die U18w war in diesem Jahr sehr ausgeglichen - ausgeglichener als es ein Blick auf die nackte Tabelle erscheinen läßt. Zum engeren Favoritenkreis zählte man Svetlana Polushkina (Niedersachsen), Maria Cleven (NRW), Malin Klawonn (Hamburg) und Anna Stephan (Bayern). Maria Cleven hatte im Verlauf des Turniers Pech, wurde viermal hochgelost und wollte sich nach eigener Aussage nach ihrer Niederlage gegen Malin Klawonn auf die U16w konzentrieren und ihre Kollegin aus NRW zum Titel "puschen". Was daraus geworden ist, hat der interessierte Leser bereits erfahren und auch Maria Cleven gelang nicht mehr viel: Mit 4,5 Punkten und dem 13. Platz wird sie kaum zufrieden sein.

Die ersten Runden waren jedoch nicht Maria, Svetlana oder Anna das Hauptgesprächsthema der kiebitzenden Betreuer: Helena Fiser aus Hessen düpierte trotz einer 300-Punkte-DWZ-Lücke die Konkurrenz und führte bis zur sechsten Runde mit 4,5 aus 5. Anna Stephan und Malin Klawonn, die sich nach einem sehr schönen Turmopfer vergriff und dann auch noch die Zeit überschritt, gehörten zu ihren Opfern, und gegen Svetlana hatte Helena mit Schwarz locker remis gehalten. Vielleicht hätte sie auf Sieg weiterspielen sollen, denn danach lief gar nichts mehr: Katja Guhr, Anna-Luise Heymann, Rebecca Ehret und Nora Fenske hielten sie auf der 50%-Marke fest. Ganz im Gegensatz dazu die Schlußphase von Svetlana Polushkina: Nachdem sie in der fünften Runde äußerst glücklich gegen Malin Klawonn remisieren konnte, schlug sie in der sechsten in einer umkämpften Partie Anna Stephan, dann auch noch Katja Guhr und Anna-Luise Heymann, bevor sie in der Schlußrunde gegen Rebecca Ehret nur noch zu remisieren brauchte.

Daß niemand vor den Kommentaren von ganz besonders schlauen Kiebitzen sicher ist, zeigt diese kleine Anekdote: Die neue U18-Meisterin Svetlana Polushkina kommt aus Niedersachsen, von der IGM Osnabrück. Ihre Elo von 2070 war auf dem Namensschild hinter dem Verein vermerkt, was zwei Zuschauer, die das Pensionsalter schon seit geraumer Zeit erreicht haben durften, zu folgendem Kommentar anregte: "IGM, Karl-Heinz, das heißt doch Internationale Großmeisterin, ne?" "Ja, klar, is schon traurig, daß über 2000 bei den Frauen schon für diesen Titel reicht..."

U18m:

Die Königsklasse der diesjährigen Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften konnte unspektakulär Rainer Buhmann aus Württemberg für sich entscheiden: Er gewann einfach die ersten vier Partien und remisierte dann fünfmal, was zu 6,5 Punkten, der besten Wertung und dem ersten Platz führte. Herzlichen Glückwunsch! Den Vizemeistertitel sicherte sich mit einem Sieg in der letzten Runde der Hesse Florian Grafl, alleiniger Dritter wurde Henning Schneider aus Sachsen - hätte Elisabeth doch auch um den Ausgang in ihrer Gruppe gewettet...

Das Interesse der Kiebitze galt neben der Spitzenpaarung natürlich vor allem auch Elisabeth, die fünf Jahre jünger als viele ihrer Gegner war und außerdem ja das einzige Mädchen im Feld. Nachdem sie unglücklich mit einer Null ins Turnier gestartet war, fing sie sich wieder und machte besonders die Doppelrunde am Dienstag zu einem unvergeßlichen Erlebnis nicht nur für ihre Gegner, sondern auch für die Betreuer aus Bayern und Hamburg, der sie mehrere Running-Gags bescherte: Morgens spielte sie mit Schwarz gegen Bayerns Nr. 1 Johannes Zwanzger und gewann überraschend deutlich in 32 Zügen. Gut, kann passieren. Erstaunlich jedoch die Reaktion eines anderen Bayerns, Gregory Pitl, der zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zu Johannes (1,5 aus 4) schon 2,5 Zähler sein eigen nennen konnte. Pitl begrüßte Zwanzger - jeder normale Mensch hätte ein paar tröstende Worte gefunden oder zumindest gesucht - beim Mittagessen mit den Worten: "Gell, Zwanzger, Du hättest jetzt auch gerne 2,5 Punkte!" Der ahnungslose Pitl wußte aber anscheinend nicht, daß kleine Sünden... usw., jedes Kind kennt dieses Sprichwort! So auch Elisabeth Pähtz, der in der Nachmittagsrunde Pitl zugelost wurde. In der thüringischen Vorbereitungsküche wurde rund um die Uhr gearbeitet und folgendes kreiert: Man fürchtete Pitl gefährlichste Waffe, den Sweschnikov-Sizilianer. Plan war also 1. Sc3 zu spielen, um danach den Sweschnikov nicht unmöglich, aber schwer zu machen. Gesagt, getan. Perfekt vorbereitet spielt Elisabeth 1. Sc3 und guckt Pitl triumphierend an. Der zeigt sich aber männlich unbeeindruckt: 1....c5 - im Sizilianer sind wir schon mal. Über die weitere Zugfolge wollen wir gnädig den Mantel des Schweigens breiten, gesagt sei nur, daß beide mit unglaublicher Selbstsicherheit und folgerichtig hohem Tempo spielten, Pitl aber nach sechs Zügen und zwei Minuten Spielzeit die Uhren anhielt: Elisabeths Springer waren bedrohlich auf d5 und b5 "aufgetaucht" - nur so viel sei gesagt.

An Elisabeths Art, ihre unbändige Freude nach Pitl Aufgabe zu zeigen, konnte man dann doch sehen, daß sie ein 14jähriges Mädchen ist: Freudestrahlend rannte sie zu ihrem Bruder, umarmte ihn und erzählte dann diese unglaubliche Partie und ihre Vorgeschichte jedem, der sie hören wollte - und dies waren nicht wenige. Sie schoß aber noch einen Vogel ab: Als sich die Betreuerdelegation aus Hamburgern und Bayern vor dem Hotel in der Sonne aalte, kam sie vorbeigehüpft, um noch ein paar Lacher zu produzieren. Dabei plauderte sie ein bißchen aus dem thüringischem Nähkästchen: Man habe sich ausgerechnet, da man ja, wie gesagt, den Pitl-Sweschnikov fürchtete, daß nach 1. Sc3 die von Pitl angestrebte Variante nur mit 1....d5 zu erreichen sei! 1.....d5!? Nach kurzer Ratlosigkeit, Elisabeth war inzwischen schon in Richtung Matthias Duppel abgedampft, der wenige Meter entfernt mit einem Stock und Plastikteller (Balancier-)Kunststücke für sie aufführte, fragten wir uns: Wie ist das möglich!? Nach langen und komplizierten Überlegungen ist es uns gelungen, nach der Zugfolge 1. Sc3 d5 in eine Sweschnikov-Variante zu finden - aber es war nicht leicht... Vielleicht haben die Leser der ROCHADE ja Lust, ein wenig zu knobeln und kreativ zu sein! Die interessanteste Lösung wird mit einem "Black is ok with Sweschnikov" von Gregory Pitl belohnt...

Abschließend möchte ich mich nochmals bei all denjenigen bedanken, die mit ihrem großen Engagement zum sehr guten Gelingen der Meisterschaften beigetragen haben: Allen voran der DSJ, dem Dr. Freizeit-Team, den Schiedsrichtern und dem Bulletin-Team - und last not least den Spielerinnen und Spielern!

Eva Maria Zickelbein, Hamburg

P.S.: Den Dienstag machte Elisabeth Pähtz zum rabenschwarzen Tag für die Bayern - am Mittwoch waren dann die Hamburger dran: Erst deklassierten sie im traditionellen Fußballmatch Hamburg gegen Bayern die armen Süddeutschen mit 26:7, dann bejubelten sie auch noch die ManU-Tore des Abends gegen den FC Bayern - der traditionell guten Freundschaft zwischen Hamburgern und Bayern tat dies selbstverständlich keinen Abbruch (Viele Grüße an dieser Stelle an Willi, Ludewig, und Gottlieb!).

 

Die Meisterschaften aus HSK-Sicht:

Die HSK-Delegation in diesem Jahr hatte mit Leonie Helm (U16w) und Malin Klawonn (U18w) zwei heiße Eisen im Feuer - zum Turnierverlauf später mehr. In der U18w schlug sich außerdem Katharina Goetz sehr wacker.

Doch da die Malin und Leonie ja nicht nur selbst spielen, sondern sich auch in der Jugendarbeit engagieren, freute es sie besonders, daß auch vier Kinder aus der Mini-Mini-Trainingsgruppe dabei waren: Für Annika Giersiepen (U12) war diese Deutsche Meisterschaft nach der HJEM das zweite große Schachturnier und sie wollte vor allen Dingen Erfahrungen sammeln. Gleiches galt auch für die "Kleinen" David Chyzynski, Attila Radulescu, der aufgrund seines Ergebnisses bei der Deutschen U9-Meisterschaft sogar einen Freiplatz erhalten hatte, und Amos Schikowsky (alle U10).

Betreut wurden die HSK’ler von Dirk Sebastian und Evi Zickelbein.

U10 und U12:

Unsere drei kleinen Racker hatten vor allen Dingen mit der eigenen Aufregung und dem dadurch entstehenden Blitzen zu kämpfen, das zu vielen unnötigen Einstellern führte. Doch spielten sie von Partie zu Partie langsamer und konzentrierter, so daß im Laufe des Turniers eine klare Steigerung zu erkennen war. Doch müssen wir natürlich erkennen, daß wir noch viel und vor allen Dingen konzentriert trainieren müssen, wenn wir anstreben, daß der ein oder andere aus unserer Mini-Mini-Trainingsgruppe bei einer solchen Meisterschaft oben mitspielen kann...

Am Ende hatte der Jüngste die meisten Punkte: David machte 5 aus 11, Amos 4,5 und Attila 3,5.

Annika in der U12 hatte in einigen ihrer Partien ein ganz anderes Problem als die Kleinen: Sie kam in Zeitnot und wurde immer nervöser und nervöser... Doch hatte auch sie mit kleinen Unkonzentriertheiten zu kämpfen, die dann auch mal Material kosteten. Ihre Partieanlage ist jedoch durchdacht und ich denke, daß Annika auf der Deutschen Meisterschaft viel gelernt hat - u.a. hat sie sich mit ihrer Zimmernachbarin Julia Lipp von der Schachelschweinen selbstständig eine Eröffnung angeguckt (welche, kann hier natürlich nicht verraten werden) und sie dann auch gleich mit Erfolg ausprobiert! Annika machte 3,5 Punkte.

U16w und U18w:

Leonie ist mit ihrem vierten Platz ganz sicher nicht zufrieden, doch wird sie in diesem Jahr - u.a. bei der Weltmeisterschaft U16w im Oktober, in der Damenbundesliga und in der Landesliga - noch genug Gelegenheiten haben, ihre Spielstärke unter Beweis zu stellen...

Der Turnierverlauf von Malin war etwas unglücklich: Nachdem sie in der zweiten Runde nach spektakulärem Turmopfer gegen Helena Fiser die Zeit überschritt, rappelte sie sich nochmal auf und gewann die nächsten zwei Partien. In ihrer Partie gegen die spätere Meisterin Svetlana Polushkina allerdings "verdaddelte" sie ein total gewonnenes Endspiel zum Remis. Trotzdem gewann sie danach noch gegen Maria Cleven, doch gegen Anna Stephan ging dann in der 7. Runde gar nichts mehr. Zum Abschluß des Turniers war dann natürlich die Luft raus und Malin widmete sich folgerichtig eher den außerschachlichen Aktivitäten und remisierte die letzten zwei Runden.

Eva Maria Zickelbein

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Text 14

Frerik Janz gewinnt die DEM U20 in Schierke

Wegen der Umstrukturierung der Altersklassen auf U10 bis U18 war dieses Jahr die letzte U20 Endrunde zu absolvieren. Aufgrund der vielen Absagen (u.a. Bunzmann, Naumann, Prusikin, Gustafsson, Senff, Naiditsch) fehlte allerdings trotz des winkenden WM Platzes die absolute deutsche Spitze. (Jan wird seine Absage trotzdem nicht bereut haben, konnte er doch beim zeitgleich stattfindenden Open in Fürth eine IM-Norm erzielen.) So war das Feld recht ausgeglichen und selbst dem U15 Meister Leonid Kritz wurden Außenseiterchancen auf den Titel eingeräumt. Dirk lag mit seiner DWZ im oberen Mittelfeld, doch nach der guten Leistung in Oberhof hatte ich ihm auch hier einiges zugetraut. Doch die hohen Erwartungen bekamen gleich in der ersten Runde durch die Schwarzniederlage gegen Leonid Kritz einen empfindlichen Dämpfer. Zum Glück konnte er sich in der zweiten Runde wieder fangen:

Dirk Sebastian - Philipp Mai [B76]
DEM U-20 m Schierke 98, 2.Runde

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 Sc6 8.Dd2 0-0 9.0-0-0 Le6 eine Überraschung für Dirk, da Philipp normalerweise 9...d5 spielt. Doch zum Glück ging unsere Vorbereitung noch etwas weiter: 10.Kb1!? Sxd4 11.Lxd4 Dc7 [11...Da5? 12.Sd5± ist eine Pointe von Kb1.] 12.Sd5!? Lxd5 13.exd5 Tfc8 [auch 13...Tfe8 14.g4 e5 15.dxe6 fxe6 16.g5 Sh5 17.Lxg7 Sxg7 18.h4 d5 19.Lh3 Tad8 20.Lg4 D. Gross - M. Jirovsky, Ceske Budejovice 1993 und 13...Tfd8 14.h4 e5 15.dxe6 fxe6 16.g4 e5 17.Le3 d5 18.h5 T. Luther - S. Reschke, BL 9495 sind vorteilhaft für Weiß.] 14.Tc1 e5 mit diesem Gegenstoß im Zentrum, der nach Gufeld, Stesko ("The complete Dragon", S.45) Aufmerksamkeit verdient, hatten wir nicht gerechnet. Allerdings scheint mir das Läuferpaar auch in diesem Fall Weiß leichten aber dauerhaften Vorteil zu garantieren. [14...Dd7 15.g4 b5 16.g5 (16.h4 Db7 17.c4 bxc4 18.Lxc4 Tc7 19.Lb3+= K.Müller-S.Reschke,BL9495.) 16...Sh5 17.Lxg7 Kxg7?! 18.h4 Db7 19.Lh3 Tc5 20.Tcd1 b4 21.Lg4± M. Golubev - K .Le Quang, Belgien 1997.] 15.dxe6 fxe6 16.g4 [16.c4 und 16.Te1 kamen ebenfalls in Betracht.] 16...e5 17.Le3 Dc6

18.g5? [Sowohl 18.c4 als auch 18.Lg2 dürften den leichten weißen Vorteil festhalten.] 18...Se8? [verpaßt die Möglichkeit 18...Sd5! nach der eher Weiß Probleme hat, z.B. 19.Lh3 (19.h4!?) 19...Te8 20.Ld7 Sc3+!] 19.Lh3! nun ist Weiß aufgrund der passiven Lage der schwarzen Figuren klar im Vorteil, daher beschließt Philipp, die Qualität zu opfern. Doch wegen des fehlenden schwarzen Gegenspiels bringt Dirk das Schiff sicher in den Hafen: 19...Dxf3?! 20.Lxc8 Txc8 21.Tcd1 a6 22.h4 Tc6 23.Thf1 De4 24.Df2 Dc4 25.h5!? gxh5 26.Df5 Tc7 [26...e4 27.Ld4 Tc8 28.c3+-] 27.g6 hxg6 28.Dxg6 Dc6 29.Tf2 d5 30.Dxh5 Sf6 31.Dh4 Dc4 [31...d4 32.Lh6+-] 32.Dxc4 Txc4 33.Lg5 Se4 34.Tg2 Tc6 35.Lc1 [natürlich nicht 35.Txd5?? Tg6] 35...Sf6 36.Lh6 Tc7 37.Tdg1 Se8 38.Tg5 Te7 39.c3 Kh7 40.Lxg7 Sxg7 41.Kc2 Kh6 42.T5g2 Sh5 43.Td2 e4 44.Txd5 e3

45.Th1 e2 46.Tdxh5+ Kg6 47.Th6+ Kg5 48.Tb6 1-0

Nach diesem Erfolg lief es zunächst recht gut, denn er konnte Daniel Fötsch bezwingen und spielte danach gegen Frerik Janz, Rainer Buhmann, Fabian Lipinsky, der sehr unglücklich und übermotiviert agierte, und Elisabeth Pähtz remis. Leider kam er in der 8. Runde gegen Matthias Duppel so in Zeitnot, daß er die Stellung nicht mehr halten konnte. Da Leonid Kritz nach seinem guten Start etwas nachgelassen hatte, gab es vor der letzten Runde nur noch 2 Anwärter auf den Titel: Frerik Janz (Meerbauer Kiel) mit 6.5/8 und Fabian Döttling mit 6/8. Da Frerik gegen Philipp Mai remis gemacht hatte, lag es an Dirk, der mit Frerik auf einem Zimmer war, den Schleswig Holsteiner zum letzten Deutschen U20 Meister zu machen. Diesmal reichten 23 Sekunden für 19 Züge, um Fabians Initiative standzuhalten. Dirks 5. Platz mit 4.5/9 entsprach ungefähr den (zahlenmäßigen) Erwartungen, wenn er nicht in fast allen Partien in Zeitnot gekommen wäre, wäre wohl noch mehr drin gewesen. Frerik, der in Oberhof noch hinter Dirk gelandet war, spielte als DWZ schlechtester ein sehr souveränes Turnier, verlor keine Partie und ging schließlich verdient als Sieger vom Platz.

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei der WM!

Der Sieg gegen Daniel Fötsch aus der 2. Runde war sicher am spektakulärsten:

Frerik Janz - Daniel Fötsch
DEM U20m Schierke 98, 2.Runde

13.Sxf7! Kxf7 14.Sg5+ Ke7 [14...Kg8?! 15.Sxe6 De7 16.Lc4 A) 16...Th6 17.Sxg7+ Kh8 (17...Kh7? 18.Ld3+ Kh8 19.Sf5 Df8 20.Dg5+-) 18.Sf5 Df8 19.Sxh6 (19.Dg5 Th7 20.The1 La3 unklar) 19...Dxh6 20.Te1 Lf4 21.Lc3+=; B) 16...Se5 17.Sxg7+ Kh7 18.Sf5 Df8 19.Dg5+-; C) 16...Le4 17.Sxc7+ Kh7 18.Df1 mit Angriff; D) 16...Th4 17.Sxg7+ (17.Sf4+ Kh7 18.Sg6 Tg4 19.Sxe7 Txg1 20.Thxg1 Lxe7 21.Tg3 Sh5 unklar) 17...Txc4 18.Sf5+ Tg4 19.Sxe7+ Lxe7 20.De1 Lxh1 21.De6+ Kf8 22.Txh1 Te8 und die von ChessBase mitgelieferten Analysemodule Fritz 5 und Crafty sind sich uneins, wie die Stellung zu bewerten ist. Während Fritz Weiß mit +1 relativ deutlich favorisiert, sieht Crafty Schwarz ganz leicht im Vorteil.] 15.Sxe6

15...Kxe6? [15...Dg8! 16.Te1 (16.Lc4 b5! und ich sehe für Weiß keine Möglichkeit, den Angriff erfolgversprechend fortzusetzen.) 16...Lxh1 17.Dxh1 Dxe6! und Schwarz erhält eine Menge Holz für die Dame, z.B. 18.Lc4 Dxe1+ 19.Dxe1+ Kd8 20.Dh1 Tb8 21.h3 Lf4 mit guten schwarzen Perspektiven.] 16.Te1+ Le5 [16...Se5 17.f4 und auch hier wird Schwarz dem Angriff kaum standhalten können; 16...Kf5 17.h4+-; 16...Kf7 17.Lc4+ Kf8 18.Dg6 Se5 19.Txe5 Dd7 20.Tf5+-; 16...Le4 17.Txe4+! Le5 (17...Sxe4 18.Dg4+ Ke7 19.Dxg7+ Ke6 20.Dg4+ Ke7 21.Dxe4++-) 18.Lc4+ Kf5 19.Txe5+ Sxe5 20.Lxe5 b5 (20...Kxe5? 21.Dg3+ Kf5 22.Te1+-) 21.Lf7+-] 17.f4 Kf7 [17...Lxh1 18.fxe5 Sd5 (18...Se8 19.Lc4+ Ke7 20.Dg6+-) 19.Dg6+ Ke7 20.Dxg7+ Ke6 21.Le2 Th4 22.Lg4+ Txg4 23.Dxg4+ Ke7 24.Dg7+ Ke6 25.Txh1±] 18.fxe5 Sxe5?! [18...Lxh1 19.exf6 (19.e6+!?) 19...Sxf6 20.Dxh1 und die weißen Läufer dürften Schwarz den Garaus machen.] 19.Txe5 Lxh1?! [19...Th4!?] 20.Lc4+ Kf8 [20...Ld5 21.Txd5 Sxd5 22.Dxg7+ Ke6 23.De5++-] 21.La3+ und angesichts von 21...c5 22.Lxc5+ bxc5 23.Dxc5+ De7 24.Dxe7# aufgegeben.

Deutsche Mädchenmeisterin wurde mit 2 Punkten Vorsprung nach 1996 erneut Isabel Werner aus Karlsruhe. (Die Tabellen stammen von der Website der DSJ, wo es weitere Informationen gibt.)

Karsten Müller

 

1. Frerik Janz 7,0 28,50
2. Fabian Döttling 6,5 27,25
3. Leonid Kritz 5,5 20,50
4. Rainer Buhmann 5,0 19,00
5. Dirk Sebastian 4,5 18,25
6. Matthias Duppel 4,5 17,75
7. Elisabeth Pähtz 3,5 15,25
8. Philipp Mai 3,5 14,50
9. Fabian Lipinsky 2,5 10,75
10. Daniel Fötsch 2,5 9,25

 

- Deutsche Meisterschaft U 20 Jungen -
Teilnehmer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Pkte
1 Elisabeth Pähtz X 1 ½ ½ 0 ½ ½ 0 ½ 0 3,5
2 Matthias Duppel 0 X 0 0 1 ½ 1 ½ 1 ½ 4,5
3 Fabian Döttling ½ 1 X 1 1 1 ½ ½ ½ ½ 6,5
4 Leonid Kritz ½ 1 0 X 1 ½ 1 ½ 1 0 5,5
5 Philipp Mai 1 0 0 0 X 1 0 1 0 ½ 3,5
6 Daniel Fötsch ½ ½ 0 ½ 0 X 0 0 1 0 2,5
7 Dirk Sebastian ½ 0 ½ 0 1 1 X ½ ½ ½ 4,5
8 Rainer Buhmann 1 ½ ½ ½ 0 1 ½ X 1 0 5,0
9 Fabian Lipinsky ½ 0 ½ 0 1 0 ½ 0 X 0 2,5
10 Frerik Janz 1 ½ ½ 1 ½ 1 ½ 1 1 X 7,0

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Text 15

Deutsche Jugendmeisterschaften 1998 in Oberhof (Thüringen)

Die diesjährigen Jugendeinzelmeisterschaften verliefen aus Hamburger Sicht sehr erfolgreich. Leonie Helm legte in der u15w mit 6/6 einen Traumstart hin und konnte das Turnier mit 3 Remisen locker ausklingen lassen.

Herzlichen Glückwunsch Leonie und viel Erfolg bei der Jugendweltmeisterschaft!

Auch die anderen Hamburger Teilnehmer schnitten (mit Ausnahme von Steve Berger, dem die Niederlage in der ersten Runde schwer zu schaffen machte, Katharina Goetz, die nach gutem Start einbrach, und Georg Herzenstein, dem ich mehr zugetraut hatte) gut ab:

U 20 Vorrunde Gruppe 1, Rundenturnier

1. Dirk Sebastian Hamburger SK 5.5/7 15.75
2. Frerik Janz Meerbauer Kiel 5.0 14.75
3. Fabian Lipinsky SK König Tegel 4.5 13.75

U 20w Vorrunde Gruppe 2, Rundenturnier

1. Maria Cleven SKT Krefeld 6.0/7 16.50
2. Dorit Hauer SVG Leipzig 6.0 16.00
3. Malin Klawonn Hamburger SK 5.5 15.25

Leider qualifizierten sich nur die ersten beiden zur Endrunde, so daß Malins 5.5/7 nicht genug waren...

U 17, 9 Runden Schweizer System mit 24 Teilnehmern

1. Thomas Haensel SV Empor Erfurt 6.5 2072
2. Martin Zumsande SV Osnabrück 6.5 2045
3. Olaf Wegener Berghofen-Wambel 6.0 2026
16. Steve Berger Hamburger SK 4.5 1972

U 15m, 9 Runden Schweizer System mit 24 Teilnehmern

1. Leonid Kritz SC Lebach 7.0 1952
2. Thomas Pähtz SV Empor Erfurt 6.5 1914
3. Hermann Tydecks Dresdner SC 6.0 1904
8. Julian Zimmermann KSH 5.0 1854

U 15w, 9 Runden Schweizer System mit 24 Teilnehmerinnen

1. Leonie Helm Hamburger SK 7.5 1636
2. Irena Fliter SK König Tegel 7.0 1592
3. Carolin Umpfenbach ZSG Waltershausen 7.0 1579
19. Katharina Goetz Hamburger SK 3.5 1458

U 13, 11 Runden Schweizer System mit 102 Teilnehmern

1. Hannes Rau SV Böckingen 8.5 79.0
2. Ilja Zaragatski SG Bochum 8.5 78.5
3. Philipp Balcerak SV Koblenz 8.0 79.0
61. Georg Herzenstein SSV Wichernschule 5.0 61.5
78. Dorothea Schuler KSH 4.5 54.5

U 11, 11 Runden Schweizer System mit 92 Teilnehmern

1. Stephen Raach SKT Trier 8.5 76.5
2. Axel Heinz SC Creussen 8.5 73.5
3. Carsten Weichhold ASCT Mainz 8.0 79.0
25. Fabian Schulenburg SC Diogenes 6.5 59.0
63. Julia Lipp Schachelschweine 5.0 56.0

Karsten Müller

Quelle Photo: G. Hund von der Homepage der DSJ

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Text 16

Finn Jonathan Gröning wird Hamburger U10 Meister 2007!


Finn Jonathan Gröning


Benjamin Smolkin


Jean Louis Sander


Oscar Bartz


Michael Elbracht


Jannik Thomas Werner


Diana Garbere


Kai Hans


Hadi Abboud


Ali Abboud


Betreuer vor Ort: Frank Bracker (l.) und Youri Smolkin

Fotos: Andreas Albers

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Schachschule Hamburg

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